Scharping: "Ich war nie ein Hallodri" - DER SPIEGEL
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Scharping "Ich war nie ein Hallodri"

Anstand sei ihm wichtig, sagt Rudolf Scharping und verwehrt sich gegen alle Vorwürfe, die Flugbereitschaft zu häufig benutzt zu haben. Im Gegenteil, behauptet der Verteidigungsminister. Oft sei er Linie oder Charter geflogen, wenn ihm eine Regierungsmaschine zugestanden habe.
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Berlin - Der Zeitung "Bild am Sonntag" sagte Scharping, seiner Einschätzung nach gehe es seinen Kritikern auch nur vordergründig um die Flüge. "Ich war nie ein Hallodri", betonte Scharping, womit er offenbar Vorwürfen zu begegnen suchte, er habe Flugzeuge der Flugbereitschaft auch zu rein privaten Besuchen bei seiner Lebensgefährtin, Kristina Gräfin Pilati, genutzt. "Meine Sicherheitsstufe, mein Amt - ohne die Flugbereitschaft könnte ich meine Arbeit für unsere Soldaten und unsere Bundeswehr nicht tun", sagte Scharping der Zeitung.

Der Minister kündigte zugleich an, er werde ausführlich darlegen, wie oft er in den Urlaub geflogen sei, "privat bezahlt, mit Linie oder mit Charter". Angesichts der höchsten Sicherheitsstufe hätte ihm auch eine Regierungsmaschine zugestanden. Die habe er dann aber gar nicht genommen, sagte Scharping. "Anstand ist mir wichtig."

Zu den umstrittenen Flügen nach Frankfurt, wo Gräfin Pilati wohnt, sagte Scharping, Linienverbindungen würden "immer sorgfältig geprüft", das gelte für alle Regierungsmitglieder. Es tauchten aber immer wieder überraschend Anforderungen an jeden Minister auf, auf die man "flexibel reagieren" müsse. "Oder, wenn es nicht anders geht, nutzen wir die Bereitschaft", sagte Scharping. Die Opposition argwöhnt, dass viele Flüge nicht dienstlich bedingt gewesen seien, weshalb führende Vertreter der Union den Rücktritt des Ministers gefordert haben.

Scharping, der am Montag im Verteidigungsausschuss zu seinen Flügen Rede und Antwort stehen will, bekräftigte, er halte an seinem Amt fest. Er werde Verteidigungsminister bleiben, weil Soldaten und Soldatinnen das von ihm erwarteten.

In einem Interview der "Welt am Sonntag" äußerte Scharping erstmals öffentlich Bedauern über die Veröffentlichung privater Urlaubsbilder, auf denen er unter anderem beim Badevergnügen mit Gräfin Pilati zu sehen ist. Diese "fröhlichen Augenblicke" seien leider zusammengetroffen mit der Entscheidung über den Mazedonien-Einsatz der Bundeswehr, sagte Scharping, und das bedauere er jetzt.