Schleswig-Holstein: Simonis laufen die Minister weg - DER SPIEGEL
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Schleswig-Holstein Simonis laufen die Minister weg

Fünf von neun Ministern wollen nicht im Kabinett von Heide Simonis bleiben: Nach dem Innenminister und den beiden Grünen-Ministern planen offenbar auch der Wirtschafts- und der Justizminister, aus der Landesregierung auszusteigen.
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Kiel - Die Kabinettsumbildung in Schleswig-Holstein wird umfassender als erwartet. Nach Innenminister Ekkehard Wienholtz (SPD), Umweltminister Rainder Steenblock und Frauenministerin Angelika Birk (beide Grüne) haben zwei weitere Minister ihren Verzicht auf einen Platz im Kabinett erklärt.

Der parteilose Wirtschaftsminister Horst Günter Bülck hat schon einen neuen Job: Er wird stellvertretender Vorstandsvorsitzender bei ce Consumer Electronic, einem führenden IT-Unternehmen in München. Bülck war bis Mitte 1998 bereits in der freien Wirtschaft tätig - als Finanzvorstand bei British-American Tobacco.

Auch Justiz- und Europaminister Gerd Walter will aus dem rot-grünen Kabinett ausscheiden. Simonis bestätigte die Rücktritte am Dienstag.

Steenblock will mit seinem Rücktritt den Weg für jüngere Nachfolger frei machen. Birk begründete ihren Rückzug zwei Stunden später damit, dass die Grünen in der vergangenen Legislaturperiode Steenblock und sie als Team mit der gemeinsamen Vertretung ihrer Politik in der Landesregierung betraut habe. "Hieraus ergibt sich auch für mich die Konsequenz, den Staffelstab zu übergeben", sagte sie.

Steenblock, der am Dienstag 52 Jahre alt wurde, räumte ein, dass die Affäre um den vor Amrum gestrandeten Frachter "Pallas" nicht gerade zur Vermehrung seines Ruhms beigetragen habe. Er wolle mit seinem Rückzug die Handlungsspielräume für die Grünen bei den Koalitionsverhandlungen erweitern, sagte der Politiker. Die Verjüngung in Führungspositionen sei nötig, weil die Partei den Kontakt zur Jugend verloren habe. Sein Landtagsmandat will Steenblock behalten.