Schmiergeld: Leuna-Millionen angeblich in Deutschland - DER SPIEGEL
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Schmiergeld Leuna-Millionen angeblich in Deutschland

In der Schmiergeld-Affäre um den Verkauf der ostdeutschen Leuna-Raffinerie stehen die Ermittler nach Medienberichten möglicherweise vor dem Durchbruch. In Deutschland seien die ersten Millionen aufgetaucht.
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Hamburg - Die Staatsanwaltschaft in Liechtenstein hat nach einem Bericht der Wochenillustrierten "Stern" Geldflüsse des Leuna-Lobbyisten Dieter Holzer nach Deutschland entdeckt. Zweistellige Millionenbeträge seien demnach zu knapp 20 Bankfilialen in Deutschland auf insgesamt rund 50 Konten und Unterkonten transferiert worden.

Dabei könnte es sich um die lange gesuchten Schmiergeld-Zahlungen handeln, schreibt das Magazin. Holzer steht im Verdacht, rund 50 Millionen Mark an Schmiergeldern des französischen Staatskonzerns Elf Aquitaine vorwiegend an deutsche Empfänger gezahlt zu haben. Bei den jetzt von den Liechtensteiner Ermittlern entdeckten Geldflüssen nach Deutschland handele es sich offensichtlich um Beträge aus dem Leuna- Schmiergeld-Topf.

Durchsuchungen in Liechtenstein

Die Belege für die Zahlungen haben die Ermittler in Vaduz laut "Stern" bei einer Durchsuchungs- und Beschlagnahmeaktion in sieben Liechtensteiner Treuhand-Kanzleien und drei Banken sichergestellt. Die Justiz in Liechtenstein hat, wie der Fürstliche Landrichter Lothar Hagen dem Magazin bestätigte, "gegen zwölf verdächtige Personen" Ermittlungen eingeleitet. Darunter sind nach Informationen des Blattes auch Holzer, dessen Schwager Ibrahim Sahyoun sowie die beiden Holzer-Treuhänder Werner und Wolfgang Strub. Sie stehen im Verdacht des Betruges, der Urkundenfälschung und der Untreue.

Zuständig für die Holzer-Ermittlungen in Deutschland ist die Staatsanwaltschaft Saarbrücken. Bisher haben die saarländischen Ermittler die Behörden in Vaduz nicht um Akteneinsicht gebeten. Im Fall Elf/Leuna "sind bis jetzt keine Rechtshilfeersuchen aus Deutschland eingetroffen", bestätigte der Liechtensteiner Richter Hagen dem "Stern".

Beim Leuna-Verkauf an Elf Aquitaine sollen 1992 nach Aussagen von Elf-Managern insgesamt rund 80 Millionen Mark Schmiergelder nach Deutschland geflossen sein.

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