Schröder in Frankreich: Annäherung hinter verschlossenen Türen? - DER SPIEGEL
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Schröder in Frankreich Annäherung hinter verschlossenen Türen?

Der Minigipfel in Rambouillet soll Bewegung in die etwas erlahmten Beziehungen zwischen Berlin und Paris bringen. Hinter verschlossenen Türen sprechen Gerhard Schröder und Joschka Fischer mit Frankreichs Staatspräsident Jacques Chirac und Premier Lionel Jospin. Im Mittelpunkt stehen Fischers Europa-Thesen.
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Paris - Das Treffen mit Chirac und Jospin sei für Schröder eine Art Test, inwieweit Frankreich bereit ist, Fischers Vorschlägen für ein föderales Europa zu folgen, sagte Brigitte Sauzay, Frankreich-Beraterin des Kanzlers. Bislang seien Fischers Vorschläge "sehr positiv" aufgenommen worden. Jetzt gehe es darum "zu prüfen, ob es Möglichkeiten gibt, das Projekt in die Realität umzusetzen". Weder Chirac noch Jospin hatten Fischers Vorschläge kommentiert. Nur Außenminister Hubert Védrine hatte gesagt, er halte die Ideen des deutschen Außenministers für "sehr ehrgeizig", aber sie seien willkommen.

Deutschland hat Frankreich volle Unterstützung während der EU-Präsidentschaft zugesagt, die in sechs Wochen beginnt. Auf Paris wartet eine schwierige Aufgabe: Die Franzosen wollen bis zum europäischen Gipfel im Dezember in Nizza die Reform der EU-Institutionen vollenden, die im EU-Vertrag von Amsterdam 1997 vertagt worden war. Sie ist aber notwendig für die geplante Erweiterung.

Eine Abschlusserklärung zum Minigipfel ist nicht geplant. Schröder und Chirac werden sich schon am 9. Juni beim deutsch-französischen Gipfel in Mainz wieder sehen. Außerdem kommt Chirac am 26. Juni zu einem zweitägigen Staatsbesuch in die Bundesrepublik.