Schröder: Jugoslawen wollen den Wandel - DER SPIEGEL
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Schröder Jugoslawen wollen den Wandel

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Berlin - Jugoslawien hat sich nach Ansicht von Bundeskanzler Gerhard Schröder bei den Wahlen "definitiv für den Wandel entschieden". Zu dieser Erkenntnis sei Schröder, so sein Regierungssprecher Bela Anda, unabhängig des noch ausstehenden amtlichen Endergebnisses gelangt.

Bundesaußenminister Joschka Fischer sagte, Deutschland wolle sich nachdrücklich für ein Ende der Sanktionen gegen Jugoslawien einsetzen, falls sich die Meldungen über einen Wahlsieg der demokratischen Opposition bestätigen. Er zeigte sich erleichtert, dass die Wahlen "trotz der massiven Einschüchterungskampagne" des amtierenden Staatspräsidenten Slobodan Milosevic ruhig und weitgehend friedlich verlaufen seien. Die hohe Wahlbeteiligung von mehr als 75 Prozent beweise, "dass die serbische Bevölkerung die richtungweisende Bedeutung der Wahl erkannt hat und einen aktiven Beitrag zum demokratischen Wandel leisten wollte".

Es sehe so aus, "als ob der Präsidentschaftskandidat der demokratischen Opposition in Serbien, Vojislav Kostunica, bereits aus dem ersten Wahlgang als deutlicher Sieger hervorgegangen ist". Die EU habe versprochen, dass in diesem Falle eine radikale Überprüfung ihrer Serbien-Politik bevorstehe. Dies gelte für die Aufhebung der Sanktionen, die Unterstützung politischer und wirtschaftlicher Reformen sowie die Hilfe beim Wiederaufbau des Landes. Die Bundesregierung sei in engstem Kontakt mit allen Partnern, um nach den weiteren Entwicklungen entsprechende Entscheidungen treffen zu können, betonte Fischer.