Schröder-Plakate Meyer gibt auf
Berlin - "Nein, ich distanziere mich nicht davon, wir werden es aber nicht weiter einsetzen", sagte CDU-Generalsekretär Laurenz Meyer in der Bundeszentrale der Christdemokraten in einer eilig einberufenen Pressekonferenz. Meyer räumte ein, dass man nicht bedacht habe, wie das Schröder-Fahndungsplakat, das die Partei ja erst am Montag vorgestellt hatte, allgemein aufgenommen wird. "Das Plakat verantworten wir hier in der Geschäftsstelle gemeinsam, auch ich persönlich", übernahm er dafür die Verantwortung. Parteichefin Angela Merkel habe das Plakat zwar gekannt, im "größeren Kreis" habe es jedoch keine Debatten darüber gegeben.
Jetzt wird mit Einstein geworben
Anstelle der Abbildung mit Schröder stellte Meyer ein neues Plakat vor, das auch in den Landtagswahlkämpfen in Rheinland-Pfalz und Baden- Württemberg verwendet werden soll. Auf ihm sind nebeneinander Albert Einstein und Arbeitsminister Walter Riester zu sehen. Die Unterschrift lautet: "Der eine kann die Welt erklären, der andere nicht mal die Rente."
Zuvor waren selbst führende Christdemokraten von der Kampagne abgerückt. So hatte Bundestagsfraktionschef Friedrich Merz seiner Parteivorsitzenden Angela Merkel empfohlen, das Motiv "nicht mehr zu verwenden".
Das Plakat solle durch ein besseres ersetzt werden, sagte Merz. "Ich glaube, die Mehrheit der Bevölkerung will Sachargumente." Auch Christian Wulff, der stellvertretende Bundesvorsitzende der Christdemokraten, hatte ein neues Plakatmotiv gefordert. Man habe "in der Sache die besseren Argumente".
CSU-Generalsekretär Thomas Goppel hatte sich von der Aktion distanziert, indem er betonte, die Plakataktion der Schwesterpartei sei keine Aktion der CSU. Im ZDF sagte Goppel, bei der Frage des politischen Stils sehe er Diskussionsbedarf. Baden-Württembergs Umweltminister Ulrich Müller (CDU) hatte die Aktion als "geschmacklos" bezeichnet.
Bei der Regierungskoalition und der FDP war die gestern vorgestellte Kampagne auf Empörung gestoßen. Auch von den Kirchen gab es Kritik.