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Livekommentar aus Berlin Edathy rechnet mit SPD-Kollegen ab
Zehn Monate nach Bekanntwerden der Kinderpornoaffäre hat sich Sebastian Edathy erstmals öffentlich geäußert. Der SPD-Politiker rechtfertigte den Kauf der umstrittenen Filme. Lesen Sie den Auftritt vor der Hauptstadtpresse im Livekommentar nach.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?
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Roland Nelles
So, Ende - Fazit dieses außergewöhnlichen Auftritts: Edathy wirkt überraschend souverän, aber ist er auch ehrlich? Er zeigt erstmals ein bisschen Reue, bleibt aber sonst bei seiner Version. Er sieht sich als Opfer - der Strafverfolgungsbehörden, der Medien, der Politik. Er will nie illegales kinderpornografisches Material besessen haben. Sein Tippgeber sei Michael Hartmann gewesen, der habe seine Informationen von BKA-Chef Ziercke erhalten. Beweise legt er nicht vor, allenfalls Indizien. Jetzt kommt es auf den Untersuchungsausschuss an: Dort wird Michael Hartmann seine Version der Dinge darstellen. Am Ende wird es vermutlich heißen: Aussage steht gegen Aussage.
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Roland Nelles
"Where is the fucking problem?" Edathy reagiert patzig auf immer neue Nachfragen nach seinem Verfahren vor dem Landgericht Verden. Die Journalisten sollten den Ausgang des Verfahrens abwarten, findet er.
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Roland Nelles
Man merkt: Edathy will die Sache endlich hinter sich lassen. Er hofft auf eine Einstellung des Verfahrens gegen Zahlung einer Geldstrafe, dann will er ein neues Leben beginnen: "Ich bin in Deutschland verbrannt."
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Christoph Sydow
Eine erste Zusammenfassung des Edathy-Auftritts lesen Sie hier.
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Roland Nelles
Zu anderen Filmen etwa aus Russland, die er womöglich bestellt haben könnte, will sich Edathy nicht äußern. Er verweist auf das Verfahren vor dem Landgericht Verden.
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Roland Nelles
"Ich habe mir die Titel der Filme nicht gemerkt", sagt Edathy.
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Roland Nelles
"Das waren auch ganz normale Kinofilme", sagt Edathy über das Material, das er in Kanada bestellt habe.
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Roland Nelles
Wichtig: Ziercke bestreitet, jemals mit Hartmann über die Sache gesprochen zu haben.
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Veit Medick
Nicht nur Journalisten sind heute in der Bundespressekonferenz. In einer der vorderen Reihen sitzt auch Hajo Funke, Politik-Professor an der Freien Universität Berlin.
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Roland Nelles
Edathy sagt: Hartmann und Ziercke hatten nach seinem Eindruck ein enges, vertrauensvolles Verhältnis. Ziercke sei mehrfach in der Sache aktiv auf Hartmann zugegangen.
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vmedick
"Nehmen Sie nicht alles ernst, was ich auf Facebook poste", sagt #Edathy.
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Veit Medick
Werden Sie noch einen Beweis für Ihre Schilderung vorlegen? Edathy weicht aus. Es sei ja klar, dass eine solch sensible Angelegenheit wie damals vor allem auf nicht schriftlichem Wege behandelt worden sei. Am Ende müsse der Ausschuss entscheiden, für wie glaubwürdig er die Version hält.
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Florian Gathmann
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Roland Nelles
Die Pressekonferenz zieht sich jetzt schon bald 90 Minuten. So lange wird sonst die Bundeskanzlerin befragt, wenn sie bei der Bundespressekonferenz auftritt.
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Veit Medick
Sind Sie pädophil? "Es geht mich nichts an, was Sie sind. Und es geht Sie nichts an, was ich bin", sagt Edathy. Ein Detail gibt er nun auch preis: Angeblich will das Landgericht gegen eine Zahlung von 6000 Euro das Verfahren einstellen.
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Veit Medick
Teil der eidesstattlichen Versicherung ist auch ein angebliches Motiv des damaligen BKA-Chefs Jörg Ziercke. Dieser habe nach dem Kinderporno-Fall Jörg Tauss 2009 die SPD vor weiterem Schaden schützen wollen - und habe deshalb Hartmann informiert.
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vmedick
Insgesamt wirkt Edathy etwas aufgeräumter als bei den Treffen, die Kollege @RolandNelles und ich mit ihm hatten.
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Roland Nelles
Warum liefert Edathy Hartmann ans Messer, obwohl er ihm doch angeblich helfen wollte? "Hartmann hatte menschlich beste Absichten", sagt Edathy. Aber er sei so sehr Kern des Geschehens, dass er seine Rolle nicht verschweigen könne.
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Veit Medick
Hartmann habe "menschlich beste Absichten gehabt", meint Edathy. Natürlich gehe er davon aus, dass Hartmann nun enttäuscht über seine Äußerungen sei.
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Roland Nelles
Edathy hat eine Eidesstattliche Versicherung abgegeben: Den Text soll der Ausschuss bekommen. Wir werden ihn später dokumentieren.
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