CSU-Tagung in Wildbad Kreuth Seehofer ist "gelangweilt" von Pegida- und AfD-Debatte
Parteichef Seehofer: "Die CSU hat eine eigene, saubere Politik."
Foto: Peter Kneffel/ dpaKreuth - CSU-Chef Horst Seehofer will die Debatte über Pegida und die Alternative für Deutschland (AfD) beenden. "Wir reden viel zu viel darüber", sagte der Politiker am Mittwoch vor dem Auftakt der jährlichen CSU-Klausurtagung im bayerischen Wildbad Kreuth. Es sei "in der Sache nicht angebracht", über die AfD und Pegida "täglich zu schreiben, zu senden, zu reden". Er selbst beschäftige sich nicht regelmäßig mit diesen beiden Phänomenen: "Das langweilt mich eher." Stattdessen werbe man für die "eigene, saubere Politik" der CSU.
Dabei verteidigte Seehofer den asylpolitischen Kurs seiner Partei, der zuletzt in die Kritik geraten war. Die CSU fordert unter anderem eine schnelle Abwicklung von Asylverfahren, damit Abschiebungen beschleunigt werden können. Dagegen hatte sich kürzlich der Münchner Erzbischof Reinhard Marx gewandt, der auch Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz ist.
Seehofer sagte, er werde mit dem Kardinal bald ein Gespräch führen. Die CSU habe sich mit der katholischen wie der evangelischen Kirche beim Thema Flüchtlingspolitik eng ausgetauscht und manche ihrer Positionen korrigiert. Er glaube, dass bei Kardinal Marx nun ein Missverständnis vorliege.
Der CSU-Vorsitzende bemühte sich auch, ein neues Aufflammen der Debatte über seine Nachfolge zu verhindern. Seine Aussage, bei der Wahl in Bayern 2018 nicht mehr als Ministerpräsidenten-Kandidat anzutreten, habe er schon zuvor unzählige Male gemacht. "Der Neuigkeitswert ist aus meiner Sicht Null."
Nun kündigte er an, sich spätestens in drei Jahren auch vom Parteivorsitz zurückzuziehen. "Ich trenne da nicht zwischen beiden Funktionen, damit da nicht wieder ein neues Gerücht aufkommt", sagte Seehofer der Nachrichtenagentur dpa. 2015 wolle er noch einmal für die CSU-Spitze kandidieren. Wann genau er den Posten als Parteichef aufgeben will, sagte er jedoch nicht.