So reagiert Twitter auf FDP-Wahldebakel - DER SPIEGEL
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Twitter-Reaktionen auf Wahldebakel "Willkommen in der Apo, #FDP!"

Was für eine Niederlage! Auf Twitter sorgt das Wahlergebnis der FDP für traurige Nachrichten von Liberalen, die ihren Platz im Bundestag räumen müssen. Es hagelt natürlich Spott, aber auch Mitleid von Grünen und Piraten.
Wahlverlierer Brüderle, Rösler: "Herbe Niederlage, keine Frage!"
Wahlverlierer Brüderle, Rösler: "Herbe Niederlage, keine Frage!"

Wahlverlierer Brüderle, Rösler: "Herbe Niederlage, keine Frage!"

Foto: Britta Pedersen/ dpa
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Berlin - Das letzte Aufbäumen der FDP fand auf Twitter statt. Als die Wählerbefragungen den Parteizentralen am Nachmittag bereits bekannt waren, schrieb Generalsekretär Patrick Döring noch einen eindringlichen Tweet : "Liberale! Die Wahllokale sind noch 70 Minuten geöffnet. Sie haben noch alle Chancen, der Freiheit im Bundestag eine Stimme zu geben." Es war vergeblich.

Der Rest war Trauer und Schweigen. Zugegeben, für ihre herausragenden Aktivitäten bei Twitter war die FDP auch vor der Bundestagswahl nicht berühmt. Aber am Sonntagabend bleibt es still im Kurznachrichtendienst, mit dem sich ein paar wenige Liberale in der Wahlkampfphase angefreundet hatten. Der Schreck, nicht mehr im Bundestag vertreten zu sein, sitzt tief. "Das ist eine der bittersten Stunden für die Liberalen seit vielen Jahrzehnten", lässt sich Christian Lindner, der Vorsitzende der NRW-FDP, auf seinem Twitter-Account selbst zitieren .

Während enttäuschende Wahlergebnisse Politiker sonst dazu motivieren, zu beschwichtigen, zu glätten, den Dreh zum Positiven zu suchen: dieses Mal nicht. Nicht bei der FDP, nicht auf Twitter. Nadja Hirschs  "Ergebnis kann für #FDP auch Chance sein" wird zweimal geteilt. Oliver Luksic, Vorsitzender der Saar-FDP, versucht es mit "Es hätte noch schlimmer kommen können im Land" - und erntet einen Retweet .

"Herbe Niederlage, keine Frage!"

Die meisten Parteifreunde blieben bei den Tatsachen. "Sehr enttäuschendes Ergebnis", twittert Serkan Tören , der seinen Platz im Bundestag räumen muss. "Herbe Niederlage, keine Frage!", räumt auch der parlamentarische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Otto Fricke, ein . Ex-MdB Hans-Joachim Otto fasst zusammen : "Als FDP-Politiker muss man lernen, manchmal demütig zu sein - heute ist wohl so ein Tag :-(" Was will man auch beschönigen?

Natürlich, wir sind hier schließlich bei Twitter, fehlt es nicht an Häme: "Willkommen in der Apo, #FDP", frohlockt ein Piraten-Account . Ein User namens Thomas Fürste schreibt : "Na liebe #FDP, wie fühlt es sich an, wenn der befristete Arbeitsvertrag nicht verlängert wird?". Und der Berliner Texter Alf Frommer , der auch Mitglied der Piratenpartei ist, schreibt in Anspielung auf ein Zitat von FDP-Chef Philipp Rösler: "Im coolsten Land der Welt sitzt die FDP nicht im Bundestag."

Und eine weitere Bemerkung Röslers, der einst Schlecker-Mitarbeiterinnen eine Anschlussverwendung in Aussicht stellte, sorgt für zahlreiche Tweets. "Jetzt gilt es, für die Mitglieder und Beschäftigten der #FDP-Fraktion, sich schnellstmöglich eine Anschlussverwendung zu suchen", lautet eine der Nachrichten.

Trost kommt von einem anderen Wahlverlierer. Der Chef der Piratenpartei, Bernd Schlömer, schreibt : "Der Bundestag ohne bürgerrechtsliberale Positionen. Das hat es in der Geschichte der Bundesrepublik noch nicht gegeben. Das ist schlimm." Und der grüne Netzpolitiker Konstantin von Notz schreibt : "Ich finde, Schadenfreude gegenüber der FDP ist nicht angezeigt." Er weiß, auch seine Partei wurde abgestraft. Zum Abschneiden der Grünen schreibt er nur: "Autsch!"

fab/vek