SPD Bayern: Hoderlein soll's richten - DER SPIEGEL
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SPD Bayern Hoderlein soll's richten

Wolfgang Hoderlein hat Renate Schmidt als SPD-Landeschef in Bayern abgelöst. Sein hohes Ziel: Die CSU im Jahre 2008 zu verdrängen.
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Memmingen - Die bayerische SPD hat eine neue Ära eingeläutet: Ein Landesparteitag verabschiedete die Partei- und Fraktionsvorsitzende Renate Schmidt mit Ovationen und wählte den bisherigen Generalsekretär Wolfgang Hoderlein, 47, zum neuen Chef der Landespartei. Hoderlein rief die SPD-Mitglieder zu mehr Offenheit und Engagement auf, um die über 40-jährige Alleinherrschaft der CSU im Freistaat zu überwinden. Der SPD-Bundesvorsitzende, Bundeskanzler Gerhard Schröder, sagte ihm seine volle Unterstützung zu.

Hoderlein wurde mit 88,6 Prozent der Delegiertenstimmen gewählt. Er ging die regierende CSU gleich hart an: Die Gleichsetzung von Bayern und CSU sei "die größte Wählertäuschung seit Einweihung der Cheopspyramide". Die SPD müsse der Demokratie wieder Geltung verschaffen. "Steht auf, wenn ihr Bayern-Sozis seid! Kämpft, wenn ihr nicht wollt, dass die CSU die moderne Neuauflage der Wittelsbacher-Herrschaft wird!", sagte Hoderlein unter dem Jubel der Delegierten. Spätestens 2008 müsse die Alleinherrschaft der Christsozialen beendet werden. Dazu müsse die SPD aber weniger in Hinterzimmern Papiere verfassen "und dafür einmal mehr auf der Straße unter den Bürgern sein", forderte der neue Parteichef. Renate Schmidt, die fast zehn Jahre lang an der Spitze der Bayern-SPD gestanden hatte, ging in ihrer Abschiedrede mit der Partei noch härter ins Gericht. Sie warf Teilen der Partei mangelndes Engagement, "Biotop-Denken und Seilschaftspolitik" vor. Die Partei, die bei der Landtagswahl 1998 auf 28,7 Prozent abrutschte, schmore zu sehr im eigenen Saft. Es fehle am Willen, die Regierung im Freistaat zu übernehmen. "Ich habe es wenigstens versucht. Ich bin deshalb ein glücklicher Mensch", sagte Schmidt. Sie bleibt weiterhin stellvertretende Vorsitzende der Bundes-SPD.