SPD-Chef Gabriel: Parteizugehörigkeit bei Staatsoberhaupt egal - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

SPD-Chef Gabriel zur Bundespräsidentenfrage "Die Parteizugehörigkeit ist mir egal"

SPD-Chef Gabriel will offenbar verhindern, dass die Frage nach dem nächsten Bundespräsidenten die große Koalition belastet. Und schließt einen Christdemokraten als Staatsoberhaupt nicht aus.
SPD-Chef und Vizekanzler Sigmar Gabriel
SPD-Chef und Vizekanzler Sigmar Gabriel

SPD-Chef und Vizekanzler Sigmar Gabriel

Foto: Maurizio Gambarini/ dpa
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

SPD-Chef Sigmar Gabriel kann sich grundsätzlich auch einen Christdemokraten als nächsten Bundespräsidenten vorstellen. "Die Zugehörigkeit zu einer Partei darf kein Ausschlusskriterium sein", sagte Gabriel den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. "Die Parteizugehörigkeit ist mir egal. Zuallererst kommt es auf die Persönlichkeit an."

Die Debatte um einen passenden Kandidaten ist entstanden, weil Bundespräsident Joachim Gauck jüngst mitteilte, er stehe für eine erneute Amtszeit nicht zur Verfügung. SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann schloss umgehend einen Christdemokraten als Nachfolger aus. Die Union wolle auch keinen Sozialdemokraten.

Nur kein Streit

Der "Welt am Sonntag" sagte Oppermann nun: "Wir führen darüber keinen parteipolitischen Streit." Man wolle eine Person finden, die eine breite Mehrheit bekomme und alle Gruppen in der Gesellschaft anspreche.

Der neue Bundespräsident wird im Februar 2017 gewählt, nur wenige Monate vor dem Bundestag. SPD-Chef Gabriel widersprach der Einschätzung politischer Beobachter, von der Wahl des Staatsoberhaupts gehe ein Signal für mögliche Koalitionen im Bund aus: "Ich finde, dass die beiden Dinge völlig unabhängig voneinander sind."

Über die Möglichkeit, gemeinsam mit Grünen und Linken einen Kandidaten aufzustellen, äußerte sich der Parteichef vage. "Wir wissen nicht, ob die Mehrheiten so funktionieren", sagte er. "Deswegen muss man erst mal reden. Es herrscht ja keine Zeitnot." Auch Oppermann hielt sich bedeckt: "Wir werden in aller Ruhe und mit allen demokratischen Parteien Gespräche führen."

sms/dpa/AFP

Mehr lesen über

Verwandte Artikel