SPD: Gebt den Männern eine Chance! - DER SPIEGEL
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SPD Gebt den Männern eine Chance!

Kaum eine der Bundestagsparteien steht so wenig im Verdacht, dass Frauen bei ihr zu viel zu sagen haben könnten, wie die SPD. Und doch sind es ausgerechnet die Sozialdemokraten, denen jetzt erstmals die "Männerquote" Kopfzerbrechen bereitet.
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Berlin - Am Montag will die SPD ihr neues Präsidium wählen. Laut Satzung müssen in den Parteigremien beide Geschlechter mit mindestens 40 Prozent vertreten sein. Mit der früheren Juso-Vorsitzenden Andrea Nahles kündigte am Freitag jedoch eine weitere SPD-Frau ihre Bewerbung für das Präsidium an. Damit gibt es bislang zwei Bewerber mehr, als noch Plätze zu vergeben sind.

Die Mitglieder werden durch den auf dem Nürnberger Parteitag bestimmten neuen SPD-Vorstand gewählt. Neu zur Wahl stellen sich neben Nahles die niedersächsische Landesvorsitzende, Bildungsministerin Edelgard Bulmahn, sowie die baden-württembergische Landeschefin Ute Vogt, die den Platz für ihren Vorgänger Ulrich Maurer im SPD-Präsidium einnehmen soll.

Erneut bewerben sich Justizministerin Herta Däubler-Gmelin, Familienministerin Christine Bergmann, die Vorsitzende der SPD-Frauen-Organisation, Karin Junker, sowie Finanzminister Hans Eichel. Fest "gesetzt" für das Präsidium sind der Parteivorsitzende, Bundeskanzler Gerhard Schröder, seine fünf Stellvertreter Heidemarie Wieczorek-Zeul, Renate Schmidt, Wolfgang Thierse, Wolfgang Clement und Rudolf Scharping sowie Generalsekretär Franz Müntefering und Schatzmeisterin Inge Wettig-Danielmeier.

Mit Nahles gibt es sieben Bewerber für die fünf übrigen Posten. Um die Quote zu erfüllen, können auf jeden Fall zwei der Kandidatinnen nicht zum Zuge kommen. Vogt, der auch Schröder seine Unterstützung zugesagt hat, sowie Bulmahn, die in Nürnberg mit dem zweitbesten Ergebnis in den Vorstand gewählt wurde, haben gute Aussichten auf einen Platz. Die schlechtesten Chancen werden Junker eingeräumt. Aber auch die Wiederwahl von Bergmann und Däubler-Gmelin ist offenbar keinesfalls gesichert. In der Partei gibt es einigen Unmut darüber, dass im Präsidium, wo die entscheidenden Abstimmungen für den SPD-Kurs stattfinden, immer mehr Kabinettsmitglieder vertreten sind. Es gibt auch Kräfte, die die für das Jahr 2003 geplante Verjüngung der Spitze schon jetzt sichtbarer machen wollen.