SPD Jusos wollen Scharping abservieren
Ludwigshafen - Der Bundesvorsitzende der SPD-Nachwuchsorganisation, Niels Annen, forderte in der Zeitung „Rheinpfalz", Scharping solle sich aus allen Ämtern zurückziehen und sein Bundestagsmandat abgeben. Der einstige Spitzenkandidat der SPD habe durch seine Affäre nicht zum Wahlerfolg der Partei beigetragen, sagte Annen der Zeitung.
Scharping könne seine Funktionen als geschäftsführender Vorsitzender der SPD-Programmkommission und als Parteivize nicht länger wirkungsvoll wahrnehmen, „weil er keine Autorität mehr hat", sagte Annen. Um nicht zu einer Belastung für seine Partei zu werden, müsse sich Scharping jetzt ehrenvoll aus seinen bundespolitischen Ämtern verabschieden.
Nachrückerin für Scharping wäre laut „Rheinpfalz" die Sprecherin der SPD-Linken und Vorgängerin Annens bei den Jusos, Andrea Nahles. Sie hatte den Wiedereinzug in den Bundestag am 22. September knapp verpasst.
Scharping hatte bei der Bundestagswahl sein Direktmandat verloren, war aber wieder ins Parlament eingezogen, weil er auf Platz eins der Landesliste Rheinland-Pfalz gesetzt war. Im Juli hatte Bundeskanzler Gerhard Schröder Scharping aus seinem Amt entlassen, nachdem Finanzbeziehungen des Ministers zu dem umstrittenen PR-Berater Moritz Hunzinger bekannt geworden waren. Die Entscheidung Schröders galt als Konsequenz aus einer ganzen Reihe von Affären Scharpings.