SPD Kanzler-Vertrauter Bury zieht sich 2006 zurück
Berlin - "Seine Entscheidung zu diesem frühen Zeitpunkt soll der SPD im Wahlkreis Neckar-Zaber die Möglichkeit geben, sich optimal auf den Wechsel vorzubereiten", heißt es auf seiner Homepage.
Bury wurde 1990 mit 24 Jahren als jüngster Abgeordneter in den Deutschen Bundestag gewählt und sitzt seitdem im Parlament. 1998 hatte er erstmals für die SPD das Direktmandat im Wahlkreis Neckar-Zaber gewonnen, das 2002 jedoch wieder an die CDU ging.
1999 wurde er Staatsminister im Bundeskanzleramt, drei Jahre später Staatsminister für Europa im Auswärtigen Amt. Bury gilt als enger Vertrauter von Bundeskanzler Gerhard Schröder.
Seine Entscheidung zum Wechsel hänge auch damit zusammen, dass es nach vier Legislaturperioden und vier beziehungsweise fünf weiteren vor Erreichen des Pensionsalters an der Zeit gewesen sei, einen Neuanfang für die zweite Hälfte des Berufslebens zu wagen. Konkrete berufliche Pläne für die Zukunft habe er noch nicht, er freue sich jedoch darauf, etwas Neues anzufangen, heißt es dort weiter. Der 39-Jährige lebt mit Ehefrau Katrin Bury-Spahn und Sohn Moritz in Bietigheim.
"Mein Anspruch an mich und andere ist hoch und wird es bleiben", schreibt Bury an die Mitglieder seines Kreisverbandes. In einer Rolle, die - gewollt oder ungewollt - immer auch Vorbildcharakter habe, seien persönliche Glaubwürdigkeit und Unabhängigkeit für ihn unverzichtbar. "Zumal die Politik leider unter dem zunehmend verbreiteten Eindruck leidet, dass ihre Akteure zuerst am eigenen Wohl orientiert seien - was häufig nicht stimmt", so Bury.