SPD Partei der "Neuen Mitte"
Vorläufer der SPD ist der 1863 in Leipzig von Ferdinand Lassalle gegründete Allgemeine Deutsche Arbeiterverein, der sich 1875 mit der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei von August Bebel und Wilhelm Liebknecht zur Sozialistischen Arbeiterpartei Deutschlands vereinigte.
Die nach der Aufhebung des Bismarckschen Sozialistengesetzes als Sozialdemokratische Partei 1890 neu formierte Partei gewann politisch rasch an Boden und prägte mit herausragenden Politikern die Geschichte des Landes. Erster Reichspräsident der Weimarer Republik war der Sozialdemokrat Friedrich Ebert. Nach Verbot und Verfolgung durch die Nationalsozialisten bestimmten in der Nachkriegszeit zunächst Erich Ollenhauer und vor allem Kurt Schumacher das Bild der Partei.
Mit dem vom Vorsitzenden Ollenhauer und dessen Vize Herbert Wehner vorbereiteten und 1959 verabschiedeten "Godesberger Programm" wandelte sich die SPD von der reinen Arbeiter- und Weltanschauungspartei zur linken Volkspartei. Seither modifizierte die Partei ihr Programm wiederholt unter teils heftigen Richtungskämpfen auf Grund veränderter gesellschafts-, wirtschafts- und sicherheitspolitischer Rahmenbedingungen. Bundeskanzler Gerhard Schröder, seit 1999 auch Parteivorsitzender, definiert die SPD heute als Partei der "Neuen Mitte".
Regierungsverantwortung im Bund übernahmen die Sozialdemokraten erstmals 1966 in der Großen Koalition unter Bundeskanzler Kurt Georg Kiesinger (CDU). Von 1969 an war es der mit einer sozialliberalen Koalition regierende Bundeskanzler Willy Brandt, dessen Entspannungspolitik zu einem neuen Verhältnis zum Ostblock führte.
Brandt-Nachfolger Helmut Schmidt machte sich einen Namen mit pragmatischen und in der Partei nicht unumstrittenen Entscheidungen vor allem in der Verteidigungs- und Energiepolitik. Nach dem von Diskrepanzen in der Beschäftigungs- und Sozialpolitik 1982 ausgelösten Bruch der SPD/FDP-Koalition ging die SPD in die Opposition und kam erst 1998 unter dem 1999 zurückgetretenen Parteichef Oskar Lafontaine und Gerhard Schröder als Kanzlerkandidat wieder an die Macht.
Außer im Bund ist die SPD, die heute rund 718.000 Mitglieder zählt, gegenwärtig an acht der 16 Länder-Regierungen beteiligt.