SPD-Personalien Steinmeier soll Partei-Vize werden
Berlin - Außenminister Frank-Walter Steinmeier soll der "Bild"-Zeitung zufolge ab Herbst in die engste SPD-Führung aufrücken und Parteivize werden. Finanzminister Peer Steinbrück soll wie bisher Stellvertreter bleiben, zudem möchte Beck demnach die Parteilinke Andrea Nahles als neue Vize haben. Damit würde die Riege der SPD-Vizechefs von derzeit fünf auf drei verkleinert.
Die SPD dementierte die Meldung. "Das ist reine Spekulation", sagte ein Sprecher SPIEGEL ONLINE. Beck habe noch nicht entschieden und werde zu gegebener Zeit einen Vorschlag vorlegen.
Allerdings bestätigten SPD-Kreise der Nachrichtenagentur dpa, dass die Entscheidung für Steinmeier, Steinbrück und Nahles gefallen sei.
In den vergangenen Tagen gab es zahlreiche Meldungen über wachsende Unzufriedenheit in der SPD an Parteichef Beck, der auch als designierter Spitzenkandidat für die Bundestagswahl 2009 gilt. Steinmeier wurde zuletzt von verschiedenen Seiten als Alternative genannt.
Beck hatte bereits vor Wochen dem Parteivorstand einen Vorschlag zur Verkleinerung der engsten Führungsspitze vorgelegt. Das Gremium soll in den nächsten Wochen über die notwendige Satzungsänderung entscheiden.
Beck hatte seinen Vorstoß damit begründet, die ohnehin bereits laufende Diskussion über die Zahl seiner Stellvertreter müsse "offen auf dem Tisch" geklärt werden. Dies entspreche seinem Führungsstil.
Bisher hat die SPD folgende fünf Partei-Vizes:
- der Finanzminister von Sachsen-Anhalt Jens Bullerjahn
- die Bonner Oberbürgermeisterin Bärbel Dieckmann
- die Vorsitzende der SPD-Frauen Elke Ferner
- Bundesfinanzminister Peer Steinbrück
- die baden-württembergische SPD-Landesvorsitzende Ute Vogt.
Versuche, die Zahl der Posten zu reduzieren, waren in der Vergangenheit stets gescheitert - an regionalen Eifersüchteleien oder Quotenfragen.
cvo/flo/ddp/AFP