SPD Seeheimer Kreis will Lafontaine aus der Partei werfen
Berlin - "An Lafontaine sollte man keine anderen Maßstäbe anlegen als an jedes andere Mitglied, das sich parteischädigend verhält", sagte der Sprecher des "Seeheimer Kreises", Klaas Hübner, dem Berliner "Tagesspiegel". Lafontaine habe dem saarländischen Spitzenkandidaten Heiko Maas im Wahlkampf durch unsolidarisches Verhalten geschadet: "Früher hätte man Kameradenschwein gesagt." Kritik kam auch von SPD-Fraktionsvize Michael Müller: "Ich habe den Eindruck, dass doch ein bisschen viel Populismus da war und ein bisschen zu wenig Beschäftigung mit den Fakten", sagte er dem NDR.
Clement sagte dagegen am Rande einer Tagung der Arbeitsgruppe Wirtschaft und Arbeit der SPD-Bundestagsfraktion in Ludwigshafen über einen Parteiausschluss: "Dies wäre eine unnötige Aufwertung dieser Aktivitäten." Gleichzeitig warf er Lafontaine einen "unbarmherzigen Opportunismus" vor. Zuvor hatte sich bereits der SPD-Vorsitzende Franz Müntefering erneut gegen ein Ausschlussverfahren ausgesprochen.
Niedersachsens SPD-Chef Jüttner sagte der "Berliner Zeitung", die Rede des früheren SPD-Vorsitzenden müsse man "ignorieren statt dramatisieren". Auch er sprach sich gegen parteirechtliche Konsequenzen aus: "Das würde die Geschäftsidee Oskar Lafontaine nur noch aufwerten."
Nach Einschätzung der Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt kommt Lafontaine mit seiner Art nicht sehr weit: "Oskar Lafontaine hat in Leipzig den Leuten, die vor ihm standen, nach dem Mund geredet", sagte sie dem Berliner "Tagesspiegel". Er habe aber keinen einzigen Vorschlag gemacht, wie tatsächlich mehr Gerechtigkeit geschaffen werden könne. "Lafontaine ist nicht ehrlich", kritisierte sie.