SPD Steinmeier bereitet Schattenkabinett vor
Berlin - SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier will einem Pressebericht zufolge im Sommer ein Schattenkabinett vorstellen. Die "Financial Times Deutschland" schreibt am Donnerstag unter Berufung auf Angaben aus der SPD und aus Steinmeiers persönlichem Team, der Vizekanzler suche derzeit nach geeigneten Kandidaten.
Sie sollen vor allem Themenbereiche abdecken, für die die Sozialdemokraten im derzeitigen Kabinett nicht zuständig sind und für die ein Gesicht fehlt, das die Öffentlichkeit mit der SPD verbindet. Genannt werden hier vor allem die Frauen- und Familienpolitik sowie die Bildungspolitik. Auch die Kultur könnte eine Rolle spielen.
Entscheidungen seien noch nicht getroffen worden, hieß es in der SPD. Ausgemacht sei bereits, dass Finanzminister Peer Steinbrück und Steinmeier selbst den Bereich Finanzen und Wirtschaft abdecken und kein zusätzlicher Kopf als Gegenspieler des CSU-Ministers Karl-Theodor zu Guttenberg benannt wird. Justizministerin Brigitte Zypries könnte auch die Innenpolitik abdecken, sofern Steinmeier sie nicht als mögliche Chefin des Kanzleramts präsentiere.
Für die Bildungspolitik werde immer wieder die rheinland-pfälzische Ministerin für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur, Doris Ahnen, genannt. Für Kultur könnte Schröders letzte Kulturstaatsministerin Christina Weiss (parteilos) in Frage kommen. Eine Rolle könnte auch die Frage spielen, ob Steinmeier den bisher im Kabinett schwach vertretenen linken Parteiflügel berücksichtigt und auch einen politischen Seiteneinsteiger oder eine Seiteneinsteigerin präsentieren will.
Zwei für den Wahlkampf wichtige Bereiche, Arbeit und Umwelt, werden laut Zeitung mit Olaf Scholz und Sigmar Gabriel durch Minister vertreten, die sich selbst auch die Nachfolge des scheidenden Fraktionschefs Peter Struck zutrauen.