SPD Struck sieht Beck beschädigt
Saarbrücken - Das Machtwort von SPD-Chef Kurt Beck am Montag wirkt noch immer nach: SPD-Fraktionschef Peter Struck äußerte Verständnis für Beck und forderte seine Partei zu mehr Disziplin auf. Der "Saarbrücker Zeitung" sagte Struck, die anhaltende parteiinterne Kritik habe den Parteivorsitzenden Kurt Beck beschädigt.
Zugleich lobte Struck Becks Machtwort erneut als "richtigen Appell". Es sei richtig, dass in einer Partei diskutiert werde, nur müsse dies intern geschehen und nicht öffentlich.
Der Vize-Vorsitzende der SPD-Fraktion im Bundestag, Ludwig Stiegler, warf den Medien vor, die Debatte um den Führungsstil von Parteichef Beck absichtlich befeuert zu haben. Stiegler verneinte in der "Netzeitung", dass es eine Diskussion um Beck als Parteivorsitzenden gebe. "Ich sehe keinen Machtkampf, sondern nur ein paar Toren, die Journalisten geholfen haben, Kurt Beck einem Stresstest zu unterziehen", sagte Stiegler. Diesen habe Beck glänzend bestanden.
Auch ostdeutsche SPD-Bundestagsabgeordnete unterstützen Beck. In der bevorstehenden Programmdiskussion sei mehr Offenheit erforderlich, sagte Ost-SPD-Sprecherin im Bundestag, Iris Gleicke, der "Chemnitzer Freien Presse". Deshalb könnten auch einmal deutliche Worte fallen.
Die Linkspartei äußerte Mitleid mit den Sozialdemokraten wegen der Debatte über Becks Führungsstil und seine Eignung als Kanzlerkandidat. Er sei in Sorge um "diese Partei", sagte der stellvertretende Linksparteivorsitzende Klaus Ernst, der er selbst jahrelang angehörte. Beck sei in seiner Rolle "total überfordert", ein "unbeholfener Parteichef". Eine kleine Gruppe von Führungsleuten in der SPD breche mit den Traditionen der Partei und setze sich über jene Mitglieder hinweg, die ihr nach wie vor die Treue hielten. "Das ist ein Problem für dieses Land", sagte Ernst dem "Tagesspiegel".
anr/AP