SPD und Linke Einladung mit Einschränkung
Saarländischer Linke-Fraktionschef Oskar Lafontaine: Kein Signal von der neuen SPD
Foto: JOHANNES EISELE/ ReutersBerlin - Die Fraktionschefs der in den Landtagen erhielten vergangene Woche überraschende Post aus dem Willy-Brandt-Haus in Berlin. Herzlich sei man eingeladen, so der Formbrief, den Bundesparteitag der SPD in Dresden zu besuchen. Zwar gehört es zum guten Ton unter Parteien, sich gegenseitig zu den Basismessen einzuladen (wie es genauso zum Ton gehört, meist nicht hinzugehen), aber das betrifft in der Regel nur die Spitzen von Bundesparteien oder Bundestagsfraktionen.
So löste der Brief unter den linken Genossen in den Ländern einigen Abstimmungsbedarf aus, der über die Parteizentrale in Berlin abgewickelt wurde. Ein Irrtum? Ein rot-rotes Signal? Wer fährt hin? Was darf man sagen? Bei der Gelegenheit stellten die Sozialisten aber schon mal fest, dass es jedenfalls kein Irrtum war: Denn ein Fraktionsvorsitzender erhielt als einziger keine Einladung. Das Saarland wurde ausgespart, denn dort residiert . Die Vorstellung, der Saarländer ließe sich auf dem -Parteitag blicken, war wohl selbst der neuen SPD zu viel Glasnost.
Bundesgeschäftsführer Dietmar Bartsch bat deshalb in einer Rund-E-Mail seine Landesgenossen um Zurückhaltung und schlug vor, man solle den Vorsitzenden der Fraktionsvorsitzendenkonferenz der Linken delegieren. Das ist auch eine sehr praktische Entscheidung. Denn Andre Hahn ist Vorsitzender in Sachsen und praktisch ohnehin vor Ort.