Parteitag SPD will Verhütung kostenlos zugänglich machen
Die SPD spricht sich dafür aus, dass Kondome und andere gängige Verhütungsmittel wie die Pille und die Spirale künftig nichts mehr kosten. In einem Antrag für den Parteitag Anfang Dezember fordert die Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen (ASF) einen Gratiszugang für alle zur jeweils gewählten Verhütungsmethode.
"Wir wollen eine Debatte darüber anstoßen, dass Verhütung und Schutz vor sexuellen Krankheiten nicht vom Geldbeutel abhängen können", sagte die ASF-Vorsitzende Maria Noichl dem SPIEGEL.
Die Sozialdemokratinnen wünschen sich auch einen kostenlosen Zugang zu anonymen Beratungsgesprächen, um das richtige Verhütungsmittel zu wählen, zudem mehr Aufklärung in Schulen. Zur Begründung heißt es in dem Antrag, das Recht auf einen kostenfreien Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten und ungewollten Schwangerschaften sei eine gesellschaftliche Selbstverständlichkeit. Diese müsse unabhängig von Geschlecht, Alter, sexueller Orientierung oder Herkunft gewährleistet sein.
Die Antragskommission der SPD empfiehlt dem Parteitag die Annahme des Antrags. Damit ist wahrscheinlich, dass der Vorstoß von den Sozialdemokraten beschlossen wird.
Bislang können Frauen nur bis zu einem Alter von 22 Jahren die Antibabypille kostenfrei von der gesetzlichen Krankenversicherung erhalten. Neben der kostenlosen Bereitstellung der Verhütungsmittel sei es auch wichtig, über Nebenwirkungen und Risiken zu beraten, aber auch über Vorteile, damit jeder und jede die für ihn oder sie richtige Methode wählen könne, sagte Noichl.