Splitter: Ende des Dornröschenschlafs - DER SPIEGEL
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Splitter Ende des Dornröschenschlafs

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Für einen Tag erwachte am Donnerstag das Rathaus Schöneberg mit der Sitzung des Untersuchungsausschusses aus seinem Dornröschenschlaf. Früher spielte hier die große Politik: Das Berliner Abgeordnetenhaus tagte, und der Regierende Bürgermeister hatte dort seinen Sitz. Seit dem Umzug des Berliner Stadtparlaments in den Preußischen Landtag und des Berliner Regierungschefs in das Rote Rathaus ist das Gebäude teilweise verwaist gewesen. Für die Bundestagsverwaltung war es aber ein Glück. So konnten die Beamten von Thierse den einstigen Plenarsaal - den Willy-Brandt-Saal - für die Sitzung des Untersuchungsausschusses anmieten.

  • Für die "klammen" Berliner hatte die ganze Sache auch ihre positiven Seiten. Nicht nur der Plenarsaal wurde vermietet, sondern auch einzelne Räume im Rathaus für Hörfunk oder Fernsehstationen. Für einen Raum berechneten die Berliner Hausväter 400 Mark Miete pro Tag, berichtete ein Hörfunkreporter. "Ein stolzer Preis", fand dieser. "Wenn wir in ein Nobelhotel gezogen wären, hätten wir nicht nur in einer Luxussuite unsere Stücke absetzen können, sondern hätten auch noch ein Frühstück bekommen."
  • Die Parlamentarier hatten auch diesem zweiten Tag der Vernehmung von Altkanzler Helmut Kohl wieder entgegengefiebert. Mit einem Ohr war aber insbesondere der Vorsitzende des Bundestagssportausschusses, Friedhelm Julius Beucher, in Zürich, wo der Weltfußballverband seine Entscheidung über das Austragungsland der Fußball-WM 2006 bekannt gab. Beucher hatte noch am Vormittag die kleinen Plaketten mit dem Logo für die deutsche WM-Bewerbung verteilt. "Die werden immer wertvoll bleiben", schmunzelte Beucher, der auch schon mehreren Untersuchungsausschüssen des Bundestages angehört hat.
  • Rot-Grüne Mehrheit und die CDU liegen zwar im Ausschuss im Clinch. Alle Gemeinsamkeiten haben die beiden Fraktionen aber doch nicht aufgegeben. So einigten sich die Fraktionsspitzen darauf, dass die Ausschussmitglieder an der zweiten namentlichen Abstimmung die im Bundestag anstand, nicht teilnehmen müssen. Ansonsten hätte sich der Beginn der Sitzung nochmals verzögert, die ohnehin gegenüber dem ursprünglichen Zeitplan mit einer etwa zweistündigen Verzögerung begann.