SSW: Das Zünglein an der Wage? - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

SSW Das Zünglein an der Wage?

Absolute Mehrheit der SPD oder eine Neuauflage der rot-grünen Koalition, danach sieht es jüngsten Umfragen zufolge aus. Aber es gibt da noch eine andere Partei, die zum Zünglein an der Waage werden könnte, wenn es für die Koalition nicht reichen sollte. Diesmal könnte der Südschleswige Wählerverband (SSW) sogar zum politischen Schwergewicht werden.
Von Kristina Jagemann
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Der SSW ist mit zwei Mandaten im Landtag vertreten und als Interessenwahrer der dänischen Minderheit von der Fünf-Prozent-Sperrklausel ausgenommen. Festlegen auf eine Partei will sich der SSW nicht. Er strebt auch keine Regierungsbeteiligung an, aber: "Sollte es dazu kommen, werden wir uns dieser Verantwortung stellen", so die Spitzenkandidatin Anke Spoorendonk.

Die 52-jährige Gymnasiallehrerin aus Harrislee ist in den letzten Tagen ind Scheinwerferlicht der Medien geraten. Hauptinteresse der Journaille: die "Dänen mit deutschem Pass" und natürlich das Verhältnis des SSW zu den beiden großen Parteien SPD und CDU.

Zentraler Platz im Wahlprogramm des SSW haben die Forderungen nach "sozialer Gerechtigkeit" und "Chancengleichheit für alle". Eine Kooperation mit welcher Partei auch immer ist an Bedingungen geknüpft: Besonders für die dänischen Schulen, Schülertransporte, aber auch für die Förderung der dänischen Kultur und Sprache dürfte der SSW auf einigen Forderungen bestehen. Politisch stand der SSW trotz mancher Enttäuschung in den vergangenen Jahren eher der SPD nahe als der CDU.

In diese Landtagwahl startet der SSW diesmal von einer besseren Ausgangsposition, weil er mit dem neuen Zwei-Stimmen-Wahlrecht über seine Landesliste nun im ganzen Land gewählt werden kann. Vor vier Jahren reichten 2,5 Prozent Wählerstimmen (38.000) für zwei Landtagsmandate. Die Partei peilt am 27. Februar ein drittes Mandat an. Dafür wären 55.000 Wählerstimmen nötig.