Stasi-Abhörprotokolle Auch Fischer und Schily belauscht
Berlin - Nach Angaben der "Berliner Zeitung" sind von dem Fund Politiker aller vor 1989 im Bundestag vertretenen Parteien betroffen. Von Seiten der Gauck-Behörde war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten. Bereits in den vergangenen Wochen waren wiederholt Stasi-Dokumente auch zu westdeutschen Politikern gefunden worden.
Laut der Zeitung finden sich in den Archiven beispielsweise Mitschriften von Telefongesprächen, die der heutige Außenminister Joschka Fischer (Grüne) und Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) vor 1989 geführt hatten. Daneben existierten auch Abhörberichte über die früheren Bundesminister Klaus Kinkel, Otto Graf Lambsdorff und Hans-Dietrich Genscher (alle FDP), den ehemaligen bayerischen Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß (CSU) sowie über die früheren Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU), Willy Brandt und Helmut Schmidt (beide SPD). Erfolglos sei bislang dagegen die Suche nach Abhörberichten geblieben, die den jetzigen Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) betreffen.
Wie die Zeitung weiter schreibt, handelt es sich bei den Stasi-Akten sowohl um Wortlaut-Protokolle als auch um Zusammenfassungen von Telefongesprächen. Bislang seien die Abhörberichte von der Gauck-Behörde inhaltlich noch nicht ausgewertet worden. Die umfangreichsten der noch vorhandenen Bestände beträfen die Politiker Brandt, Genscher und Strauß, während die Unterlagen zu Alt-Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) zahlenmäßig deutlich geringer seien.