Sterbehilfe SPD und CDU sind dagegen
Berlin - SPD und CDU lehnen aktive Sterbehilfe nach dem Vorbild Hollands ab. "Wir müssen unsere Anstrengungen darauf verwenden, Menschen in Würde und ohne Leiden sterben zu lassen, und nicht die Gedanken darauf verschwenden, ob wir Euthanasie zulassen", kritisierte Justizministerin Herta Däubler-Gmelin (SPD). Sie plädierte alternativ für mehr Schmerztherapie, was sie als sinnvolleren Ansatz betrachte.
Wolfgang Wodarg von der SPD-Fraktion, ebenfalls Mitglied in der Medizin-Ethik-Kommission, wertete das neue Gesetz im Nachbarland kritisch als "Zäsur für das ärztliche Berufsethos" und forderte "aktive Lebenshilfe statt Sterbehilfe".
Für die CDU sagte der Abgeordnete und stellvertretende Vorsitzende der Medizin-Ethik-Kommission, Hubert Hüppe: "Das niederländische Euthanasieprojekt ist ungeheuerlich, es darf nicht in Europa Schule machen." Die Möglichkeit zur Euthanasie bringe "einen ungeheuren Druck auf Betroffene", da sie in Begründungspflicht gerieten, wenn sie nicht in die kostengünstige Tötung einwilligten. "Niemand soll glauben, dass die Diskussion um so genanntes lebensunwertes Leben an der niederländischen Grenze Halt macht", warnte der CDU-Abgeordnete.
Der FDP-Politiker Detlef Parr begrüßte dagegen die von den Niederlanden angestoßene "Debatte über das Selbstbestimmungsrecht am Lebensende". Er forderte, diese Debatte auch in Deutschland zu führen, dabei zugleich über die Ausdehnung der Schmerztherapie zu sprechen.