Sternfahrt Trucker legten Berlin lahm
Berlin - Berlin - Die Fahrzeuge sammelten sich in einer kilometerlangen Schlange auf der zentralen Verkehrsachse westlich des Brandenburger Tores. Durch die Sternfahrt kam es auf den Autobahnen rund um Berlin und in der Innenstadt am Vormittag zeitweise zu Staus. Nach Auskunft der Polizei waren die Behinderungen aber weitaus geringer als zunächst befürchtet. Einige Demonstranten mussten ihre Lastzüge am Stadtrand abstellen und wurden mit Bussen in die Innenstadt gebracht.
Die insgesamt rund 7000 Demonstranten warfen der Bundesregierung eine verfehlte Politik vor. "Arbeitsplätze gehen verloren, doch rot- grün hat taube Ohren", hieß es auf Spruchbändern der Fernfahrer. "Rot-grün fährt den Brummi vor die Wand" oder "Trittin - unser Ruin", hieß es auf anderen Lastzügen.
Der hupende Protestzug setzte sich aus Fahrzeugen zusammen. Auch Autotransporter aus Bayern, ein Chemietanklaster aus Hessen und Betonmischer aus Brandenburg waren dabei. Traktoren und Taxifahrer machten ebenfalls bei der Demo mit. Durch das Brandenburger Tor durften die Fahrzeuge aber nicht fahren.
Bundesregierung bleibt hart
"Sollte sich die Bundesregierung nicht bewegen, werden wir uns weiterhin bemerkbar machen", kündigte der Präsident des Bundesverbandes Güterkraftverkehr, Hermann Grewer, weitere Aktionen an. Die Spediteure und privaten Omnibusfahrer forderten kurzfristige Hilfsmaßnahmen sowie ein energisches Vorgehen der Bundesregierung gegen die Wettbewerbsverzerrungen auf dem europäischen Transportmarkt.
Die Regierung bekräftigte dagegen erneut ihr Nein zu den geforderten Steuerhilfen. Bundesverkehrsminister Reinhard Klimmt (SPD) lehnte Steuerhilfen für Lkw-Unternehmen entschieden ab. Vielmehr gehe es darum, den wegen Lohndumping und illegalen Billigkräften "völlig aus den Fugen geratenen Transportmarkt in Europa zu regeln", sagte Klimmt. Zu den Protesten von Lastwagenfahrern und Landwirten sagte der Minister, jeder habe das Recht, seine Meinung zu äußern. Es könne aber nicht die Politik der Bundesregierung für die Missverhältnisse auf dem europäischen Transportmarkt verantwortlich gemacht werden.