Stichwort Ausgleichsfaktor
Berlin Arbeitsminister Walter Riester wollte die Rente eigentlich mit dem Ausgleichsfaktor kalkulieren. Diese Stellschraube im System sollte eine Beitragsexplosion bei der gesetzlichen Rente verhindern.
Der Ausgleichsfaktor sollte bewirken, dass ab 2011 jährlich die jeweiligen Neu-Renten um 0,3 Prozent geringer ausfallen, bis ein Abschlag von sechs Prozent erreicht ist. Wer bis 2010 schon in Rente ist, wäre davon nicht betroffen. Kritiker sahen darin eine einseitige Belastung der jüngeren Generation. Bei den Expertenanhörungen im Bundestag bekam der Ausgleichsfaktor denkbar schlechte Noten. Intransparent und problematisch nannten Fachleute die Formel.
Der nun favorisierte Gegenvorschlag des Verbandes der Deutschen Rentenversicherungsträger (VDR) läuft darauf hinaus, statt des Ausgleichsfaktors ab 2011 die Formel für die Rentenanpassung so zu ändern, dass sowohl für bestehende als auch für neu dazukommende Renten die Erhöhungen geringer ausfallen. Damit ergäbe sich ein Rentenniveau von 67 statt von 64 Prozent, die Rentenbeiträge könnten bei 22 Prozent gehalten werden. Während der Riestersche Ausgleichsfaktor nur einem kleinen Teil der Neu-Rentner ans Portemonnaie geht, kürzt die VDR-Formel auf einer breiteren Basis.