Stichwort: Internationaler Währungsfonds - DER SPIEGEL
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Stichwort Internationaler Währungsfonds

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Frankfurt am Main - Der Internationale Währungsfonds (IWF) wurde 1944 zusammen mit der Weltbank auf der Währungskonferenz in Bretton Woods im US-Staat New Hampshire gegründet. Heute gehören den beiden Institutionen mehr als 180 Staaten an. Traditionell ist der Chef des Währungsfonds ein Europäer, während die Weltbank von einem Amerikaner geleitet wird. Derzeit ist dies James Wolfensohn.

Während die Weltbank zum Ziel hat, den Entwicklungsländern bei der wirtschaftlichen Entwicklung und Modernisierung zu helfen, soll der IWF für eine stabile internationale Währungsordnung sorgen. Die Zentrale beider Institutionen ist in Washington.

Der IWF soll Währungskrisen entdecken und frühzeitig Gegenmaßnahmen ergreifen. Dazu vergibt er Kredite zum Ausgleich von Zahlungsbilanzdefiziten und schickt Berater in Länder mit Wirtschafts- und Währungsproblemen. Die Vergabe von IWF-Krediten ist meist mit drastischen Auflagen verknüpft. Dazu zählen etwa die Abwertung der Währung, Öffnung der Märkte gegenüber ausländischen Investoren, Abbau von Haushaltsdefiziten sowie Lohnmäßigung, Schuldenabbau und Privatisierungen. Eines der größten Hilfsprogramme des IWF lief 1995 für Mexiko, das 50 Milliarden Dollar bekam. In den letzten Jahren hat der Fonds der Türkei mit mehreren Milliarden Dollar unter die Arme gegriffen.

Das Stimmrecht der Mitgliedsländer im IWF sowie ihr Anrecht auf die so genannten Sonderziehungsrechte (künstliche Währung des IWF) richtet sich nach den "Quoten", die dem finanziellen Anteil eines Landes am Fonds entsprechen.