Stichwort: Wildbad Kreuth - DER SPIEGEL
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Stichwort Wildbad Kreuth

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Wildbad Kreuth - Vor rund 25 Jahren kündigte die CSU im oberbayerischen Wildbad Kreuth völlig überraschend das langjährige Bündnis mit der CDU im Bundestag auf. Der Trennungsbeschluss vom 19. November 1976 stürzte die Union in die schwerste Zerreißprobe ihrer Geschichte. Seither gilt das idyllische Hochtal über dem Tegernsee als Inbegriff für Selbstbewusstsein und Machtanspruch der CSU.

Damals hatten die Christsozialen nach der dritten Wahlschlappe der Union im Bund beschlossen, mit ihrem Parteichef Franz Josef Strauß an der Spitze als eigenständige Fraktion in den neuen Bundestag einzuziehen. Die CDU drohte im Gegenzug mit einem "Einmarsch" in Bayern.

Der Streit spitzte sich zu, als interne Äußerungen von Strauß bekannt wurden. Er soll den damaligen CDU-Chef und unterlegenen Kanzlerkandidaten Helmut Kohl als "total unfähig" tituliert und gewarnt haben: "Der Mann wird nie Kanzler."

Nach drei Wochen hartem Ringen war der Spuk vorbei. In einem Spitzengespräch einigten sich Kohl und Strauß am 12. Dezember auf die Fortsetzung der Fraktionsgemeinschaft. Die CSU erhielt das verbriefte Recht auf ihre Eigenständigkeit.

Seither lockt die inzwischen auf den Januar verlegte Klausurtagung der CSU-Landesgruppe alljährlich ein riesiges Journalistenaufgebot in das 500 Jahre alte Kurbad. Die CSU-nahe Hanns-Seidel-Stiftung betreibt dort seit 1974 ein Bildungszentrum.