Stichwort: Zivildienst - DER SPIEGEL
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Stichwort Zivildienst

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Berlin - Der Zivildienst ist ein Ersatzdienst, den Wehrpflichtige leisten müssen, die aus Gewissensgründen den Kriegsdienst verweigern. Erstmals traten im April 1961 anerkannte Verweigerer ihren Dienst an. Galten die "Zivis" zunächst vielen noch als "Drückeberger", werden sie heutzutage häufig als unersetzbare Arbeitskräfte im Sozialbereich bezeichnet. Seit 1993 gibt es pro Jahr mehr als 100.000 "Zivis". Seit vergangenem Jahr besteht aus Haushaltsgründen eine Obergrenze für die Einberufung von Zivildienstlern, wodurch die Zahl bei rund 120.000 gehalten werden soll. Im März 2001 waren es 120.565 junge Männer.

Etwa 70 Prozent der "Zivis" arbeiten im Sozialbereich. Im Vordergrund steht die stationäre wie ambulante Hilfe für alte, kranke und behinderte Menschen. Zivis pflegen und betreuen, helfen beim Krankentransporten und Rettungsdiensten. Auch im Umweltschutz kommen sie zum Einsatz. In der Regel kann der Zivildienst nur im Inland abgeleistet werden.

Seit Juli vergangenen Jahres dauert der Zivildienst nur noch elf statt 13 Monate. Die Wehrdienstzeit liegt seit 1996 bei zehn Monaten. Zwischen 1984 und 1990 mussten die Zivildienstleistenden noch 20 Monate ableisten. Ab Januar 2002 sollen die Dienstzeiten jeweils noch einmal um einen Monat auf zehn beziehungsweise neun Monate verkürzt werden. Voraussetzung für den Zivildienst ist die Anerkennung als Kriegsdienstverweigerer gemäß Artikel 4 Absatz 3 Grundgesetz. Das Bundesamt für den Zivildienst (BAZ) in Köln kann nach Aktenlage entscheiden oder den Antragsteller zu einer mündlichen Verhandlung einladen.

Die Ablehnungsquote lag in der Vergangenheit im Durchschnitt bei zehn Prozent. Fünf Prozent der Anträge wurden jedoch allein wegen Unvollständigkeit zurückgewiesen. Bisher haben mehr als zwei Millionen junge Männer den Wehrdienst verweigert.