Ströbele Einsilbiger Kohl
Berlin - Kohl habe bislang nichts Neues mitgeteilt. Je mehr die Fragen ins Detail gingen, umso einsilbiger werde Kohl. SPD-Obmann Frank Hofmann wies darauf hin, dass Kohl im Laufe der Befragung immer stärker von seinem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch mache. "Sein Erinnerungsvermögen leidet immer dann, wenn es spannend wird", sagte Hofmann. Offenbar müsse der frühere CDU-Vorsitzende befürchten, dass er sich mit seiner Aussage in strafrechtlich relevante Bereiche begebe.
CDU-Obmann Andreas Schmidt vertrat dagegen die Ansicht, Kohl habe den Vorwurf der Bestechlichkeit sehr klar und plausibel widerlegt. Die CDU sei sehr froh, dass er endlich die Gelegenheit zu einer ausführlichen Aussage habe. Als skandalösen Vorgang bewertete es Schmidt, dass die Vertreter von SPD und Grünen die Frage nach der Bestechlichkeit zunächst noch gar nicht behandeln wollten. Sie äußerten zwar entsprechende Verdächtigungen, hätten aber offenbar keine Hinweise darauf, dass Regierungshandeln beeinflusst wurde. Insbesondere das Vorgehen Ströbeles "erinnert mehr an Inquisition als an rechtsstaatliches Verfahren".