Technische Panne: Der Castor steht - DER SPIEGEL
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Technische Panne Der Castor steht

Wegen eines Defekts an der Lokomotive ist der Castor-Transport am Morgen zum Stehen gekommen. Im Wendland rüsten sich Umweltaktivisten unterdessen für die letzten Kilometer zum Zwischenlager Gorleben.
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Nienburg/Lüneburg - Nach den Worten eines Bahnsprechers wird es trotz des Defektes nicht zu einer nennenswerten Verzögerung kommen, da an dem Güterbahnhof Maschen ohnehin ein Lok-Wechsel geplant gewesen sei.

Der Atommüll aus der französischen Wiederaufarbeitungsanlage La Hague sollte noch am Vormittag im Verladebahnhof Dannenberg ankommen und dort auf Lastwagen für das letzte Teilstück ins Zwischenlager Gorleben umgeladen werden. Ohne Probleme hatte der Castor am Morgen Niedersachsen erreicht. Der Zug mit den sechs Atommüll-Behältern passierte nach Polizeiangaben Nienburg (Weser) und Verden. Am frühen Morgen wurde er in Lüneburg erwartet. Hier löste die Polizei eine Schienenblockade von 30 Atomkraftgegnern auf.

Geplante Störaktionen von Castor-Gegnern im Wendland konnte die Polizei auch auf der zurückgelegten Strecke vereiteln. In Harlingen (Kreis Lüchow-Dannenberg) hätten Beamte drei Wagenheber im Gleisbett entdeckt, mit denen Gegner die Schienen hochgedrückt hatten, sagte ein Sprecher. Sieben Verdächtige seien festgenommen worden.

In Pannecke (Kreis Lüchow-Dannenberg) hielten Einsatzkräfte einen Wagen mit Anhänger an, auf dem sich ein kleines Schienenfahrzeug befand. "Das wollten Atomkraftgegner vermutlich einsetzen, um Materialien damit zu transportieren", sagte der Polizeisprecher. Am Montagabend beendete die Polizei eine Schienenblockade in Hitzacker (Kreis Lüchow-Dannenberg). Dort seien mehr als 50 Atomkraftgegner in Gewahrsam genommen worden. Demonstranten hatten zudem ein Schienenstück unterhöhlt.

Störungsfrei durch Hessen

Zuvor war der Transport dreieinhalb Stunden lang störungsfrei durch Hessen gerollt. Danach führte der Weg durch Herford und Minden in Nordrhein-Westfalen. Die Polizei hielt die geplante Route geheim, um zu verhindern, dass Atomkraftgegner den Castor-Transport aufhalten.

Am Montagmittag hatte der Zug von der französischen Wiederaufarbeitungsanlage La Hague kommend das südpfälzische Wörth erreicht. Dort wurden die französischen Loks gegen deutsche ausgetauscht. Anschließend fuhr der Transport weiter durch Rheinland- Pfalz, Baden-Württemberg und Bayern. Bei Wörth und in Karlsruhe- Durlach nahm die Polizei mehrere Dutzend Atomkraftgegner in Gewahrsam. Nahe Heilbronn mussten die Einsatzkräfte gegen rund 15 Akteure einschreiten.

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