Terrorpilot: Flugstunden in Bonn? - DER SPIEGEL
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Terrorpilot Flugstunden in Bonn?

Der Terrorist, der vermutlich am 11. September das Flugzeug in den Südturm des World Trade Center steuerte, soll mit seinem Flugunterricht in Bonn begonnen haben. Das besondere Interesse von Marwan al-Shehhi soll Chemiebetrieben und Raffinerien gegolten haben.
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Düsseldorf - Einer der mutmaßlichen Beteiligten an den Anschlägen auf das New Yorker World Trade Center hat nach Informationen der Illustrierten "Stern" seine ersten Flugstunden in Deutschland erhalten. Dabei handle es sich um den 23-jährigen Marwan al-Shehhi. "Der Junge war hoch konzentriert und äußerst talentiert", zitiert das Blatt den damaligen Fluglehrer.

Al-Schahi habe sich im Oktober 1999 gemeldet und sei vom Sportflughafen Bonn-Hangelar zu seiner ersten Unterrichtsstunde gestartet, berichtet das Blatt weiter. Der Verfassungsschutz in Köln wollte sich zu dem Bericht nicht äußern.

Al-Shehhi habe die erste Unterrichtsstunde im zweisitzigen Ultraleichtflugzeug der Marke Remos-G3 absolviert, heißt es in dem Bericht des "Stern" weiter. Er habe auf einer besonderen Route bestanden. So sei er mit seinem Lehrer über Chemiebetriebe und Raffinerien, die Kölner City, das Regierungsviertel in Bonn und die Hardthöhe mit dem Bundesverteidigungsministerium geflogen. Etwa zehn Tage später habe er eine zweite Flugstunde genommen. Danach habe er sich nicht mehr gemeldet.

Nach Ermittlungen der US-Bundespolizei FBI steuerte al-Schahi den Boeing-Jet, der am 11. September in den Südturm des World Trade Centers krachte. Al-Shehhi lebte nach Erkenntnissen der deutschen Ermittlungsbehörden mit den beiden anderen Todespiloten Mohammed Atta und Ziad Jarra in Hamburg.

Neue Hinweise auf fünften geplante Anschlag

Nach Informationen des "Stern" haben die Ermittler zumindest ein Mitglied eines fünften Attentats-Teams identifiziert, das am 11. September ebenfalls zum Einsatz hätte kommen sollen. Dabei handelte es sich um Zacarias Moussaoui. Der Franzose marokkanischer Abstammung sei am 16. August 2001 in Minnesota festgenommen worden. Sein Fluglehrer zeigte den 33-Jährigen nach Darstellung des Blattes an, weil er nur horizontal lenken, nicht aber starten und landen lernen wollte.

Am 23. Januar 2001 sei Moussaoui in die USA eingereist, um ohne Vorkenntnisse am Flugsimulator der Boeing 747-400 in der "International Flight Academy" der Pan Am zu trainieren. Während seiner Zeit in den USA habe Moussaoui über große Geldsummen verfügt, deren Herkunft er nicht habe erklären können. Die deutschen Behörden ermittelten dem "Stern" zufolge, dass diese Gelder aus Deutschland stammten. Sie seien am 1. August dieses Jahres in Düsseldorf und am 3. August in Hamburg, jeweils am Hauptbahnhof, eingezahlt worden. Mittlerweile seien auch Kontakte Moussaouis zu al-Shehhi und Mohammed Atta in Hamburg nachgewiesen.

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