SPD-Fraktionschef Oppermann sieht Chancen für Rot-Rot-Grün
SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann
Foto: Michael Kappeler/ dpaThomas Oppermann, der dem rechten Flügel der SPD zugerechnet wird, ist bislang nicht gerade als Verfechter einer rot-rot-grünen Koalition aufgefallen. Doch angesichts des Aufstiegs der AfD plädiert der Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion nun dafür, die Chancen für ein linkes Bündnis auf Bundesebene auszuloten.
"Es ist an der Zeit, darüber zu diskutieren, ob und unter welchen Voraussetzungen Rot-Rot-Grün auch für eine Regierung im Bund denkbar wäre", sagte Oppermann dem SPIEGEL. Dass es im Bundestag keine kraftvolle Opposition mehr gebe, habe "die politischen Ränder gestärkt und der AfD genützt". Oppermann betonte: "Schon deshalb ist es sinnvoll, über Alternativen zur Großen Koalition nachzudenken." (Lesen Sie hier das vollständige Interview im neuen SPIEGEL.)
Allerdings, so schränkte der Sozialdemokrat ein, müsse die Linkspartei zuvor einige Fragen klären, etwa ihr Verhältnis zur Europäischen Union oder zur Nato. Zudem müsse jeder Koalitionsvertrag "finanzierbar und mit sozialdemokratischen Werten vereinbar sein".
Oppermann bekräftigt damit die Position, die in der Partei seit Langem in der Rot-Rot-Grün-Debatte gilt: Ein Bündnis ist denkbar, wenn Die Linke sich in wichtigen Fragen bewegt. Neu ist aber, dass Oppermann gute Chancen sieht, dass die Debatte bei den potenziellen Partnern in die gewünschte Richtung geht.
"Die Linke wird ins Nachdenken kommen", sagte Oppermann. "Immer mehr Führungsleute erkennen doch, dass die Fundamentalopposition nicht mehr verfängt."