Tino Chrupalla (AfD): Blutspuren an Kleidung stimmen offenbar mit Einstichstelle überein - DER SPIEGEL
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Gutachten Blutspuren an Chrupallas Kleidung stimmen offenbar mit Einstichstelle überein

Blutspuren an der Kleidung, die Tino Chrupalla bei einem abgebrochenen Wahlkampfauftritt trug, stammen laut einem Gutachten von dem AfD-Chef. Für ihn ist der Fall klar, Ermittler geben sich deutlich zurückhaltender.
AfD-Chef Chrupalla
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Foto: Sean Gallup / Getty Images

Zum Fall der abgebrochenen Wahlkampfveranstaltung von AfD-Chef Tino Chrupalla vergangene Woche gibt es neue Erkenntnisse. Ein Gutachten hat ergeben, dass ein Blutfleck an Chrupallas damaliger Kleidung mit einer Einstichverletzung korrespondiert. Das teilte die Staatsanwaltschaft Ingolstadt mit, die in dem Fall die Ermittlungen leitet. Nach SPIEGEL-Informationen handelte es sich um rötlich-braune Flecken an T-Shirt und Hemd, die durch DNA-Analysen eindeutig Chrupalla zugeordnet werden konnten.

Unklar ist demnach weiterhin, wie es zu der Verletzung kam und wer dafür möglicherweise verantwortlich ist. Man konzentriere sich nun weiterhin auf die Frage, »wann und auf welche Weise« die Einstichverletzung entstanden sei und wer diese verursacht habe. Dazu würden weiter unter anderem Zeugen identifiziert und Videos gesichtet, hieß es von der Staatsanwaltschaft. Bislang gebe es keinen Anfangsverdacht gegen konkrete Personen, die Ermittlungen laufen gegen unbekannt.

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Chrupalla hatte vor einem geplanten Wahlkampfauftritt am vergangenen Mittwoch in Ingolstadt Selfies gemacht; dabei kam er mit mehreren Personen in Kontakt. Nach eigenen Angaben bemerkte er zunächst nichts, nach ein paar Minuten jedoch habe er einen Schmerz sowie Übelkeit, Krämpfe und Schwindel verspürt. Der Politiker wurde daraufhin medizinisch erstversorgt und anschließend in die Klinik gebracht, die er tags darauf wieder verließ. Ein toxikologisches Gutachten hatte keine Anzeichen für eine Vergiftung ergeben.

Wie der SPIEGEL aus Ermittlerkreisen erfuhr, liegen inzwischen auch die vorläufigen Ergebnisse von kriminaltechnischen Untersuchungen zweier Pinnnadeln vor, die in der Nähe des Veranstaltungsgeländes gefunden worden waren. Demnach konnte an den Nadeln keine DNA Chrupallas entdeckt werden. Das endgültige textilkundliche Gutachten zu Chrupallas Kleidung steht noch aus.

Bei einer Pressekonferenz am Vormittag äußerte sich Chrupalla zu dem Fall. »Insgesamt ist dieser Angriff auf mich als Anschlag zu werten«, sagte er. Er habe sich am Freitag nach dem Vorfall im Städtischen Klinikum Dresden »den gesamten Einstich« am Oberarm entfernen und pathologisch untersuchen lassen.

Bei der Pressekonferenz ging Chrupalla auch die Staatsanwaltschaft an; er kritisierte, dass gesundheitsbezogene Informationen herausgegeben und die Presse einseitig informiert worden sei. Er forderte, jede weitere »rechtswidrige amtliche Äußerung unverzüglich zu unterlassen«.

In ihrer Pressemitteilung wehren sich die Ermittler gegen den Vorwurf. Dass man die Presse informiert habe, »war aufgrund des hohen öffentlichen Interesses durch den Verdacht eines Angriffs auf einen Politiker während einer Wahlkampfveranstaltung veranlasst«, so die Behörde. Dabei habe man sich im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben bewegt.

Zudem heben die Ermittler darauf ab, dass die AfD selbst den Vorfall in die Öffentlichkeit trug und von einem »tätlichen Angriff« sprach: »Zu berücksichtigen ist in diesem Zusammenhang natürlich, dass wesentliche Informationen zum Gesundheitszustand der Presse bereits bekannt waren.«

akm/srö/ulz/dpa