Top-Manager Schröder soll Kanzler bleiben
Düsseldorf - 59 Prozent der Top-Manager gingen in der repräsentativen Manager-Befragung im Rahmen des "Handelsblatt"-Business-Monitors (Freitag) davon aus, dass Schröder Kanzler bleiben wird. Lediglich 38 Prozent meinen, dass er die Regierung nur für eine Legislaturperiode führt.
Die Wirtschaftselite lehnt den CSU-Vorsitzenden und bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber als Kanzlerkandidaten der Union klar ab. Nur knapp ein Drittel (30 Prozent) spricht sich für Stoiber aus, zwei Drittel (64 Prozent) sind der Meinung, dass die Union jemand anderen als Stoiber zum Spitzenkandidaten bestimmen sollte. Besonders wenig Befürworter (elf Prozent) hat Stoiber bei den Managern aus Großunternehmen. Überdurchschnittlich ist die Unterstützung für Stoiber bei Führungskräften in Süddeutschland (36 Prozent).
Auf sehr gute Resonanz stößt bei den Top-Managern die Wahl von Friedrich Merz als Nachfolger von Wolfgang Schäuble zum Vorsitzenden der Unionsfraktion im Bundestag. 79 Prozent halten die Entscheidung für den Wirtschafts- und Finanzpolitiker für eine gute Lösung.
Die Entscheidungsträger der Wirtschaft bewerten die Arbeit von Schröder und seinem Kabinett weiterhin mit vergleichsweise guten Noten. Die Regierung insgesamt erhält auf einer von eins bis fünf reichenden Notenskala die Bewertung 3,2. Die Unionsfraktion im Bundestag verharrt auf ihren schlechten Imagewerten (Note 4,0). Der Abwärtstrend für Wolfgang Schäuble setzt sich abgeschwächt fort (Note 3,8). Die Liberalen sind im Aufwind und erreichen mit 3,3 die beste Note seit April des Vorjahres.
Im Auftrag des "Handelsblatts" befragt das Psephos Institut für Wahlforschung und Sozialwissenschaften monatlich ein repräsentatives Panel von Führungskräften der Wirtschaft in Deutschland. Für das Business-Monitor im März wurden 804 Top-Manager zwischen dem 28. Februar und dem 13. März telefonisch mit einem standardisierten Fragebogen interviewt.