Truppenbesuch Jung sieht Bundeswehr noch jahrelang im Kosovo
Prizren/Berlin - Ein zentrales Thema von Franz Josef Jungs Visite waren die Verhandlungen über den künftigen politischen Status des Kosovo. Der neue Minister nannte als wichtiges Ziel ein friedliches Zusammenleben der Volksgruppen. Die Statusfrage müsse zügig gelöst werden, weil dies auch für die weitere wirtschaftliche Entwicklung wichtig sei. Umgekehrt sei die Zeitfrage aber weniger wichtig als das Ergebnis.
Jung legte sich bei seinem Besuch im deutschen Feldlager in Prizren nicht fest, wie lange die Bundeswehr, die bereits seit 1999 im Kosovo ist, noch bleiben werde. Er betonte aber: "Wir brauchen derzeit noch diesen Einsatz, um Frieden und Stabilität zu sichern." Nach Angaben der Bundeswehr ist der Friedensprozess im Kosovo noch nicht gesichert.
Mit seinem Besuch wolle er seine Verbundenheit mit den Soldaten zeigen, erklärte Jung. Er informierte sich im Hauptquartier der Multinationalen Brigade Südwest bei der militärischen Führung über die aktuelle Lage. Die abwechselnd unter deutscher und italienischer Führung stehende Brigade ist als gepanzerter Kampfverband ausgerüstet. Derzeit sind 2600 deutsche Soldaten im Einsatz.
Der Uno-Kosovounterhändler Martti Ahtisaari hatte im November seine Vermittlungsbemühungen in der Statusfrage begonnen. Der frühere finnische Präsident soll innerhalb eines Jahres einen Kompromiss für die staatsrechtliche Zukunft der fast nur noch von Albanern bewohnten Provinz finden. Die Kosovo-Albaner wollen ihre Unabhängigkeit erreichen und die Rechte der serbischen Minderheit garantieren. Serbien will die Abtrennung der Provinz verhindern.