Überalterte CDU: Probleme mit dem Nachwuchs - DER SPIEGEL
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Überalterte CDU Probleme mit dem Nachwuchs

Die neue CDU-Führung hat festgestellt, dass die meisten Mitglieder der Partei im Rentenalter sind. Das soll anders werden. Jetzt wollen die Christdemokraten verstärkt um junge Leute werben.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Berlin - Im Durchschnitt seien die rund 630.000 Mitglieder 54,3 Jahre alt, sagte CDU-Generalsekretär Ruprecht Polenz am Mittwoch. Nur rund 16 Prozent seien jünger als 40 Jahre. "Wir müssen mehr für die Ansprache junger Menschen tun", meinte Polenz. Auch Frauen sollen künftig verstärkt umworben werden. Sie machen nur rund ein Viertel der Mitglieder aus.

Polenz will den Zukunftsperspektiven der Jugend und jüngeren Familien ein stärkeres Gewicht in der Politik der CDU einräumen. Auch mit neuen Veranstaltungsarten möchte der Generalsekretär die Jungen künftig besser erreichen.

Die CDU ist mit ihren Problemen nicht allein. Auch bei der SPD - der anderen großen Volkspartei mit rund 740.000 Mitgliedern - erhöht sich der Altersdurchschnitt. Derzeit sind auch bei den Sozialdemokraten rund 60 Prozent der Mitglieder über 50 Jahre alt.

Die Christdemokraten sehen sich im Vergleich zur SPD noch in einer günstigen Lage. Mit der Jungen Union, deren Mitglieder in der Regel nicht gleichzeitig das CDU-Parteibuch hätten, verfüge die Partei über eine intakte Nachwuchsorganisation. "Die Jungsozialisten sind dagegen programmatisch veraltet und ideell ausgebrannt", glaubt Polenz zu wissen. Der Generalsekretär macht bereits eine Trendwende bei der Mitgliederentwicklung der CDU seit Beginn des Jahres aus. Bei den Neueintritten liege das Durchschnittsalter weit unter 50 Jahren.

Auch über die Steigerung des Anteils von Frauen will Polenz neu nachdenken. "Es ist offenkundig, dass ein satzungsmäßiges Quorum allein eine Partei noch nicht attraktiver macht." Die Partei werde sich mehr mit den Interessen der Frauen, wie zum Beispiel der Vereinbarkeit von Familie und Beruf, beschäftigen.