Überläufer Schill gewinnt CDU-Mann
Hamburg/Rostock - Die CDU habe es seit 1998 nicht geschafft, sich zu erneuern, begründete der 28-jährige Michael Necke am Montag seinen Schritt. Gerade für junge Menschen sei es in der CDU schwierig, Einfluss zu nehmen. Der CDU-Landesverband erklärte, auch nach dem Übertritt Neckes bleibe die so genannte Schill-Partei ein inhaltsloses Phantom in Mecklenburg-Vorpommern. Es gebe noch keine programmatische Aussage.
Necke betonte, er habe vor der Schill-Partei keine Berührungsängste. Das Programm ähnele dem der CDU. Allerdings weise die Schill-Partei keine verkrusteten Strukturen auf. Die Schill-Partei plant noch in diesem Monat die Gründung von Ortsverbänden in Rostock, Schwerin und Greifswald. In den kommenden Monaten soll dann ein Landesverband ins Leben gerufen werden. Zur Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern am 22. September will die Partei Rechtsstaatlicher Offensive (Pro) antreten.
Ausdehnung auch nach Niedersachsen
Unterdessen kündigte die Schill-Partei an, sich auch nach Niedersachsen auszudehnen. Nachdem sich in Sachsen-Anhalt bereits erste Ortsverbände konstituiert hätten, solle die Partei Rechtsstaatlicher Offensive in den kommenden Tagen und Wochen auch in Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern konkrete Formen annehmen, sagte der bundesweite Koordinator der neuen Partei, Peter Paul Müller (Hamburg), am Montag.
Niedersachsen werde möglicherweise gar Spitzenreiter unter den Ablegern der Parteineugründung, so groß sei das Interesse dort, behauptete Müller. Konkrete Angaben allerdings konnten am Montag auch Politiker aus Niedersachsen nicht machen, die jüngst in diesem Zusammenhang in der Öffentlichkeit genannt worden waren. Für den 15. Januar jedoch sei eine öffentliche Veranstaltung in Hannover geplant, hieß es.
Die vom früheren Hamburger Amtsrichter Ronald Schill im Sommer 2000 gegründete Partei war bei den Bürgerschaftswahlen vom September in der Hansestadt aus dem Stand auf 19,4 Prozent gekommen. Sie bildet dort zusammen mit CDU und FDP den Senat der Stadt.