Umfrage: 53 Prozent mit Schill unzufrieden - DER SPIEGEL
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Umfrage 53 Prozent mit Schill unzufrieden

Ronald Schill will mit einem Haartest beweisen, dass er niemals Kokain genommen hat. Einer Umfrage zufolge hat er aber bei den Hamburger Bürgern längst sein Vertrauen verspielt.
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Hamburg - Die Mehrheit der Hamburger Wähler ist nach einer Emnid-Umfrage mit der Arbeit von Innensenator Ronald Schill nicht zufrieden. Sowohl Schill als auch seinem Parteikollegen Bausenator Mario Mettbach bescheinigten 53 Prozent der 1000 Befragten, schlechte Arbeit zu leisten, berichtet die "Bild-Zeitung. Mit Bürgermeister Ole von Beust (CDU) dagegen sind 72 Prozent der Hamburger zufrieden.

Im Gespräch mit der Zeitung bekräftigte Schill seine Absicht, sein Haar von "einer absolut unangreifbaren Institution" auf Kokain-Spuren untersuchen zu lassen. Er sei sich absolut sicher, dass nichts gefunden werde. `Ich habe niemals Drogen genommen", sagte der Gründer und Vorsitzende der Partei Rechtsstaatlicher Offensive.

In der ARD-Fernsehsendung "Panorama" war erstmals eine konkrete Anschuldigung erhoben worden. Ein unkenntlich gemachter Mann berichtete dort, er habe unter anderem bei einer Feier zum Wahlerfolg der Schill-Partei am 23. September auf einem Ausflugsschiff beobachtet, wie der Senator sich "weißes Pulver" mit dem Finger auf das Zahnfleisch gerieben und es auch anderen Personen angeboten habe. Schill hatte die Sendung daraufhin als "Dreckschleuder" bezeichnet. Laut "Hamburger Morgenpost" erwägt der NDR wegen dieser Äußerungen eine Strafanzeige gegen den Innensenator.

Nach einem Bericht des `Hamburger Abendblattes" gibt es aber erste Zweifel an der Glaubwürdigkeit des anonymen Zeugen. Denn bei der Wahlparty sei Schill ständig von drei Personenschützern des Hamburger Landeskriminalamtes (LKA) umgeben gewesen, und mindestens einer von ihnen habe den Politiker immer im Auge gehabt. Schill sei nur für ein paar Minuten unbeobachtet gewesen, wenn er die Toilette aufgesucht habe.

Nach Informationen von "Bild" soll es sich bei dem Informanten um den 27-Jährigen Manuel Hartung gehandelt haben. Dieser Parteifreund von Schill sei habe sich dafür rächen wollen, dass er bei der Bürgerschaftswahl nicht berücksichtigt wurde, vermutet die Zeitung.