Umfrage Massive Verunsicherung
Köln - Laut einer Umfrage von Infratest-Dimap finden 62 Prozent der Befragten die geplanten Kürzungen durch eine Aussetzung der Rentenanpassung im kommenden Jahr und durch eine höhere Eigenleistung bei der Pflegeversicherung unzumutbar. Nur 32 Prozent meinen, dies sei zumutbar. Eine Mehrheit - nämlich 40 Prozent - hätte das Defizit in der Rentenversicherung lieber durch höhere Rentenbeiträge für die Arbeitnehmer finanziert als durch Einsparungen bei den Rentnern.
Offensichtlich hat die Entscheidung der Bundesregierung das Vertrauen in das deutsche Rentensystem weiter erschüttert: Nur 38 Prozent der Befragten hält die heutige Rente noch für sicher. 60 Prozent sagen, die Rente ist heute nicht mehr sicher.
Noch deutlicher wird diese Einschätzung, wenn man lediglich die Rentner fragt. Nur 18 Prozent glauben noch, dass sie über sichere Renten verfügen, 79 Prozent glauben das nicht. Diejenigen, die erst in 30 Jahren in den Ruhestand gehen, haben das Vertrauen auf eine sichere Rente beinahe vollständig verloren: 91 Prozent zweifeln an der Sicherheit ihrer künftigen Rente.
Insgesamt sind die Bundesbürger in ihrer politischen Stimmung derzeit massiv verunsichert. 37 Prozent wissen nicht, ob sie zur nächsten Wahl gehen sollen oder welcher Partei sie ihre Stimme geben würden. Besonders ausgeprägt ist diese Unsicherheit bei ehemaligen SPD-Wählern. Von Ihnen wissen 43 Prozent nicht, was sie beim nächsten Mal wählen sollen.
Befragt wurden am 20. und 21. Oktober 1000 repräsentativ ausgewählte Bundesbürger.