Umfrage Söder lästert über Splitterpartei SPD
München - Die Union liege im Gegensatz zur SPD mit ihren Positionen "im Einklang mit dem Mehrheitswillen der Deutschen", sagte Söder dem Magazin "Vanity Fair". "Ich verstehe, dass sich die SPD durch die Umfragen sehr verunsichert fühlt", stichelte Söder. Die Sozialdemokraten seien deshalb "nervös". Die "weinerliche SPD" mache "Probleme".
Eine so genannte Jamaika-Koalition der Union mit der FDP und den Grünen lehnte Söder jedoch als Alternative ab. "Solange bei den Grünen Leute wie Ströbele und Trittin etwas zu sagen haben, ist eine Zusammenarbeit auf Bundesebene völlig ausgeschlossen."
Der bayerische SPD-Landesgruppenchef Florian Pronold reagierte prompt. "Stoibers Kampfdackel Söder schlägt mal wieder verbal um sich und trägt damit zur Langeweile politisch interessierter Menschen bei", teilte Pronold mit. Söder wolle damit von der CSU-Krise ablenken.
Bei der jüngsten Forsa-Umfrage für RTL und "Stern" verlor die SPD erneut einen Prozentpunkt. Die Sozialdemokraten sackten im Vergleich zur Vorwoche um einen Punkt auf 26 Prozent ab. Auch die Grünen büßten einen Punkt ein, sie fielen auf zehn Prozent ab. Die Union gewann dagegen drei Punkte hinzu. CDU und CSU kommen damit erneut auf ihr Jahreshoch von 37 Prozent. Auf diesem Wert hatte sie vor der Filbinger-Trauerrede von Oettinger gelegen. FDP und Linkspartei erreichten wie in der Vorwoche jeweils elf Prozent. Für "sonstige Parteien" würden sich fünf Prozent der Wähler entscheiden (- 1).
Kritisch über den Zustand der SPD äußerte sich auch Söders CDU-Kollege Ronald Pofalla. Er kritisierte, die Sozialdemokraten wollten "mehr Staat". "CDU und SPD werden 2009 wieder Konkurrenten sein - und das ist auch gut so." Die Große Koalition müsse eine Ausnahme bleiben.
Der CDU-Generalsekretär mahnte, es müsse nun darum gehen, "den Staat und die Bürokratie aus vielen Bereichen zurückzunehmen". Er fügte mit Blick auf die SPD hinzu: "Wir haben einen Partner, der genau das Gegenteil will."
als/ddp