Umfrage: Westerwelle verweigert Union Eheversprechen - DER SPIEGEL
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Umfrage Westerwelle verweigert Union Eheversprechen

Das wäre ein komfortabler Vorsprung: Union und FDP kommen einer Umfrage zufolge auf 50 Prozent der Wählerstimmen - doch Guido Westerwelle will sich nicht zu früh binden. Trotz des Werbens von CDU-Chefin Merkel lehnt der FDP-Vorsitzende eine Koalitionsaussage zugunsten der Union ab.
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Hamburg/Berlin - Guido Westerwelle gibt den taktierenden Parteichef: Eine frühzeitige Koalitionsaussage zugunsten der Union? Nicht mit mir, signalisiert der FDP-Vorsitzende - und erteilt damit Unionschefin und Kanzlerin Angela Merkel einen Dämpfer, die am Wochenende um die FDP geworben hatte - die Union kämpfe bei der nächsten Bundestagswahl für eine Mehrheit zusammen mit der FDP, so Merkel.

Guido Westerwelle und Angela Merkel: Seit' an Seit' im Wahlkampf?

Guido Westerwelle und Angela Merkel: Seit' an Seit' im Wahlkampf?

Foto: AP

"Ich freue mich über das große Interesse von Union und SPD an der FDP. Wir werden nüchtern und sachlich darüber entscheiden, mit wem wir nach der Bundestagswahl eine Koalition eingehen wollen", sagte Westerwelle der "Passauer Neuen Presse". "Ganz gleich, wer mit uns regieren will - wir werden einen Koalitionsvertrag nur dann unterzeichnen, wenn in ihm ein niedrigeres, einfacheres und gerechteres Steuersystem verankert ist."

Westerwelle signalisierte allerdings Präferenzen: "Trotz des Linksrutsches der Union sind unsere Gemeinsamkeiten mit ihr derzeit noch immer größer als mit der SPD und mit den Grünen."

Die Wahlchancen für ein schwarz-gelbes Bündnis wären derzeit günstig: Einer Forsa-Umfrage zufolge kämen Union und FDP zusammen auf 50 Prozent und hätten die absolute Mehrheit. SPD, Grüne und Linkspartei kämen zusammen auf 45 Prozent.

Im Aufwind ist vor allem die Union: In der wöchentlichen Politikumfrage im Auftrag des "Stern" sowie des Fernsehsenders RTL sprang sie im Vergleich zur Vorwoche um drei Prozentpunkte nach oben und erreicht mit 39 Prozent ihr bisheriges Jahreshoch.

Die Sozialdemokraten fielen wieder zurück: Sie sanken um zwei Punkte auf 21 Prozent und liegen damit nur einen Punkt über ihrem bisherigen Rekordtief von 20 Prozent. Mit 18 Prozentpunkten ist der Abstand der beiden Volksparteien so groß wie lange nicht. Die FDP sackte um zwei Punkte auf elf Prozent ab. Die Linkspartei gewann einen Punkt und stieg auf 14 Prozent. Die Grünen erreichen in der vierten Woche in Folge zehn Prozent.

Die Gründe für den Zugewinn der Union sieht Forsa-Chef Manfred Güllner darin, dass die Deutschen in erster Linie der Union Wirtschaftskompetenz zutrauen. In einem Gespräch mit stern.de wies Güllner darauf hin, dass die Bürger die Wirtschaftsaussichten derzeit äußerst pessimistisch beurteilen. Güllner: "Sie suchen Orientierung und Führung. Jemanden, der etwas von Wirtschaft versteht, und das traut man der SPD nicht zu." Gefragt sei eine "gesamtökonomische Kompetenz".

Für die Erhebung befragte Forsa in der Zeit vom 14. bis 18. Juli 2501 repräsentativ ausgewählte Bürger.

hen/AP/dpa