Umfragen SPD startet Aufholjagd
Berlin - In der politischen Stimmung liegt die SPD laut "Politbarorometer" jetzt bei 35 Prozent. Das ist ein Plus von drei Prozentpunkten gegenüber der Vorwoche. Dagegen kommen CDU und CSU nur noch auf 39 Prozent, was ein Minus von zwei Punkten bedeutet. Damit verringerte sich der Abstand zwischen Union und Sozialdemokraten von neun auf nur noch vier Prozentpunkte.
Die FDP erreicht nur noch sieben Prozent (minus 2), die Grünen nur noch acht Prozent (minus 1). Die Linkspartei bleibt unverändert bei sechs Prozent.
Wenn schon am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre, würden längerfristige Überzeugungen und Bindungen an die Parteien eine etwas größere Rolle spielen. Danach käme die Union unverändert auf 37 Prozent. Die SPD erreichte 32 Prozent (plus 1), die FDP erhielte 9 Prozent (minus 1). Unverändert blieben die Grünen mit 9 Prozent, die Linke mit 8 Prozent.
Unions-Fraktionsgeschäftsführer Norbert Röttgen (CDU) reagierte "sehr gelassen" auf die Umfrageergebnisse. Röttgen hob hervor, die Große Koalition insgesamt habe sich stabilisiert, während die kleinen Parteien verlören. Der CDU-Politiker wertete es zugleich im ZDF als Vorteil der Großen Koalition, Politik "mit längerem Atem" machen zu können. "Wir können nicht Politik machen mit dem nervösen Blick nach monatlichen Umfragen", sagte Röttgen.
Röttgen räumte ein, dass die Debatte um die Familienpolitik die Union in der Wählergunst Punkte kostet. Gleichwohl verteidigte der Fraktionsgeschäftsführer die Diskussionen. Ohne diese werde eine Partei zum "geistigen Friedhof". Dann mache sie am Ende auch schlechte Politik.
Für das Politbarometer befragte die Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen vom 13. bis 15. März 1235 zufällig ausgewählte Wahlberechtigte.
hen/ddp/dpa/AFP