Uran-Munition im Kosovo-Krieg Scharping weist Anschuldigungen zurück
Berlin - Scharping habe niemanden über die mögliche Gefährdung deutscher Soldaten im Kosovo getäuscht, hieß es am Montag aus dem Verteidigungsministerium. Entsprechende Vorwürfe in der "Berliner Morgenpost" wies ein Sprecher der Hardthöhe am Montag scharf zurück. "Der Minister hat dazu mehrfach Anfragen aus dem Parlament, die auch in Drucksachen veröffentlicht wurden, beantwortet. Davon, dass Öffentlichkeit und Parlament hintergangen wurden, kann in diesem konkreten Fall keine Rede sein."
Die Zeitung hatte Scharping vorgeworfen, schon seit vergangenem September von der Gefährdung durch die Uran-Munition gewusst zu haben, ohne den zuständigen Verteidigungsausschuss und die Öffentlichkeit zu informieren. Auf die Gefahr einer möglichen Aufnahme uranhaltigen Staubs durch die Soldaten habe ihn der Sanitätsdienst der Bundeswehr hingewiesen.
Das Ministerium hob erneut hervor, dass es aus medizinischer Sicht bisher keinen einzigen Hinweis auf die Gefährdung deutscher Soldaten im Kosovo durch Restbestände der Uranmantel-Geschosse im Boden gebe. Es sei nichts bekannt, obwohl drei Fälle konkret untersucht worden seien. Der Minister habe damals nach den ersten Hinweisen sofort Vorsorgemaßnahmen und eine sanitätsdienstliche Untersuchung eingeleitet, obwohl deren Notwendigkeit unter Experten umstritten gewesen sei, sagte der Sprecher.
Zur Unterrichtung der Öffentlichkeit hieß es, bei den während des Kosovo-Krieges täglichen Pressekonferenzen auf der Hardthöhe sei das erste Mal am 21. April 1999 nach der uranhaltigen Munition gefragt worden. Der Minister habe damals ebenso wie vergangenen Mittwoch dazu Stellung genommen. Die Nato habe Scharping in einem Brief vom 20. September über den Einsatz der so genannten DU-Munition hingewiesen. Er habe daraufhin am 30. September den Vorsitzenden des Verteidigungsausschusses unterrichtet.
Auch das Mitglied im Verteidigungsausschuss des Bundestags Peter Zumkley bestätigte, dass der Einsatz der Uran-Munition bereits im Mai letzten Jahres Thema in dem Gremium gewesen sei.