Uran-Munition im Kosovo-Krieg: Scharping wusste Bescheid und sagte nichts - DER SPIEGEL
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Uran-Munition im Kosovo-Krieg Scharping wusste Bescheid und sagte nichts

In der Frage um Uran-ummantelte Munition im Kosovo ist der Bundesverteidigungsminister unter Beschuss geraten. Rudolf Scharping soll bereits im September 1999 von der Gefahr gewusst haben, aber weder den Verteidigungsausschuss noch die Öffentlichkeit informiert haben.
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Berlin - Obwohl Rudolf Scharping in einem Schreiben des Sanitätsdienstes der Bundeswehr von der möglichen Gefahr unterrichtet worden sei, habe er es unterlassen, den zuständigen Verteidigungsausschuss oder die Öffentlichkeit zu informieren.

Gegenüber der Zeitung forderte die CDU-Bundestagsabgeordnete Anita Schäfer, die dem Verteidigungsausschuss angehört, die sofortige Offenlegung aller Untersuchungsergebnisse. Sie warf Scharping vor, in grob fahrlässiger und unverantwortlicher Weise seine Fürsorgepflicht gegenüber den im Kosovo eingesetzten Soldaten verletzt zu haben.

Bereits am Sonntag hatte die "Berliner Morgenpost" berichtet, dass für deutsche Soldaten, die in Abschnitten stationiert waren oder sind, in denen während des Kosovo-Krieges mit abgereichertem Uran ausgestattete Munition einschlug, ein Schutz- und Diagnose-Programm angelaufen ist. Jeder Soldat, der sich durch die Rückstände der Uran-Munition, deren radioaktive Restpartikel als Krebs erregend gelten, gefährdet glaube, könne sich einem Medizin-Check unterziehen.

Verteidigungsminister Scharping hatte vergangene Woche erklärt, ihm lägen keine Erkenntnisse vor, dass durch die Uran-Munition ein gesundheitliches Risiko für die Soldaten entstanden sei.