US-Raketenabwehr: Pläne werden konkret - DER SPIEGEL
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US-Raketenabwehr Pläne werden konkret

Die Vorbereitungen für ein US-Raketenabwehrsystem laufen auf Hochtouren. Schon 2004 könnte ein erstes Boden-gestütztes Raketenabwehrsystem in Alaska errichtet werden.
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Washington - In Dokumenten, die der Nachrichtenagentur Reuters vorliegen, haben die USA darauf hingewiesen, die Pläne für Systeme voranzutreiben, die nach dem Vertrag zur Begrenzung der Raketenabwehrsysteme (ABM) verboten sind. Hierzu gehörten unter anderem Laserwaffen zum Abschuss von Langstreckenraketen. Der Sprecher des US-Außenministeriums, Richard Boucher, bestätigte die Authentizität der Dokumente. Diese seien zur Orientierung auch an US-Botschaften versandt worden.

In dem 24-seitigen Papier verweisen die USA darauf, dass sie mit ihren Plänen vermutlich eher in einigen Monaten als in einigen Jahren mit dem ABM-Vertrag in Konflikt geraten werden. Sie kündigten an, alle viel versprechenden Technologien und Systeme zu verfolgen, darunter auch solche, die nach dem ABM-Vertrag verboten seien. Den Dokumenten zufolge könnte ein erstes Boden-gestütztes Raketenabwehrsystem 2004 in Alaska errichtet werden. Dieses würde gegen den ABM-Vertrag verstoßen, der nur zwei örtlich begrenzte Systeme erlaubt.

Die USA hatten 1972 mit der Sowjetunion, deren Rechtsnachfolger Russland ist, den ABM-Vertrag geschlossen. Dieser verbietet beiden Staaten unter anderem einen landesweiten Abwehrschirm, wie ihn nun die USA planen.

US-Präsident George W. Bush will die Pläne zur Errichtung des Raketenabwehrsystems ungeachtet der Kritik vor allem aus Russland und China vorantreiben. Die USA begründen ihre Pläne mit der angeblichen Gefahr, die von Staaten wie Nordkorea oder dem Irak ausgehe. Deren Führungen seien unberechenbar, so dass es zu Raketenangriffen kommen könne, gegen die sich die USA mit dem System wappnen müssten.

Russland und China lehnen die Pläne ab, die auch bei den Nato-Partnern der USA auf Skepsis stoßen. Kritiker befürchten, dass die USA mit dem System ein neues Wettrüsten auslösen könnten. Bush hat den ABM-Vertrag als "Relikt der Vergangenheit" bezeichnet und will diesen ändern. Er hat angekündigt, zur Umsetzung des Systems notfalls den ABM-Vertrag auszusetzen, sollte keine Einigung über dessen Änderung erzielt werden. Russland und China beharren bislang auf die Einhaltung des Vertrags.