Wahlverhalten: Die geteilte Stadt - DER SPIEGEL
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Wahlverhalten Die geteilte Stadt

Auch zwölf Jahre nach dem Fall der Mauer sind Wahlen in Berlin für Demoskopen noch immer ein Sonderfall. Die Wählerschaft in Ost- und Westberlin ist auch im Jahr 2001 alles andere als homogen.
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Berlin - Sowohl die Umfragen vor dem Urnengang als auch die ersten Hochrechnungen am Abend zeigten: In Berlin gab es am Sonntag zwei Landtagswahlen - eine in West- und eine ganz andere in Ostberlin. Nach wie vor ist die SED-Nachfolgepartei PDS im Ostteil der Stadt die dominierende politische Kraft, während im Westen die alten bundesrepublikanischen Volksparteien SPD und CDU die meisten Anhänger haben.

PDS im Westen erstmals über der Fünf-Prozent-Hürde

Die erfahrungsgemäß bereits sehr stabile 19.00 Uhr-Hochrechnung der Forschungsgruppe Wahlen im Auftrag des ZDF zeigte am Sonntag folgendes Bild: In Westberlin wurde die SPD mit 33,6 Prozent stärkste Partei, dicht gefolgt von der CDU mit 31,8 Prozent. Auf den Rängen drei bis fünf lagen FDP (12,4 Prozent), Grüne (11,3 Prozent) und die PDS mit 6,2 Prozent. Damit konnte die PDS erstmals auch in Westberlin die Fünf-Prozent-Hürde überwinden. Wahlforscher führten diese Entwicklung am Abend vor allem auf den prominenten Spitzenmann der PDS, Gregor Gysi, zurück.

CDU im Osten nur knapp über 12 Prozent

Im Ostteil der Stadt erhielt die PDS der Hochrechnung zufolge mit 47,9 Prozent fast eine absolute Mehrheit. Mit großem Abstand und 24,2 Prozent kommt die SPD in Ost-Berlin auf Platz zwei. Nur 12,1 Prozent der Stimmen entfielen demnach auf die CDU. Nur knapp über die Fünf Prozent-Hürde kommen im Osten Grüne (5,9 Prozent) und FDP (5,1 Prozent).

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