Verfassungsschutz: Hacker aus Iran nehmen Regimegegner in Deutschland ins Visier - DER SPIEGEL
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Warnung vor Cyberspionage Iranische Hacker nehmen Regimegegner in Deutschland ins Visier

Der Verfassungsschutz spricht von »konkreten Ausspähversuchen« durch iranische Hacker in Deutschland. Hinter den Cyberangriffen soll eine Gruppe stecken, die IT-Experten der Revolutionsgarde zurechnen.
Demonstration gegen das iranische Regime in Berlin im Oktober 2022
Demonstration gegen das iranische Regime in Berlin im Oktober 2022

Demonstration gegen das iranische Regime in Berlin im Oktober 2022

Foto: Maja Hitij / Getty Images

Das Bundesamt für Verfassungsschutz warnt vor Aktivitäten iranischer Hacker in Deutschland. In einem »Warnhinweis zu Cyberspionage gegen Kritiker des iranischen Regimes in Deutschland«, berichtet die Behörde von »konkreten Ausspähversuchen«. Diese richteten sich »gegen iranische Personen und Organisationen« in Deutschland.

Verantwortlich für die Angriffe macht der Verfassungsschutz eine Hackergruppe, die von IT-Experten »Charming Kitten« getauft wurde. Wer genau hinter den Attacken steht, spricht das Bundesamt in seiner Warnung nicht explizit aus. Doch internationale Cybersicherheitsfirmen und westliche Geheimdienste haben keinen Zweifel daran, dass die Hacker im Auftrag der iranischen Revolutionsgarde agieren. Die USA haben die Truppe 2022 auf ihre Sanktionsliste gesetzt.

Im Ausland treibt »Charming Kitten« schon länger sein Unwesen. Im Dezember machte die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch  öffentlich, dass zwei ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie 18 weitere Aktivsten, Journalisten, Wissenschaftler, Diplomaten und Politiker zum Ziel der iranischen Staatshacker geworden seien – in drei Fällen mit Erfolg.

Das typische Vorgehen von »Charming Kitten« beschreiben der Verfassungsschutz und IT-Sicherheitsfirmen so: Die Hacker versuchten sich durch ein aufwendig konstruiertes Lügengebilde an ihre potenziellen Opfer heranzumachen.

Teils täuschten sie ihnen etwa vor, dass sie mit real existierenden Mitarbeitern von Nichtregierungsorganisationen oder bekannten Journalisten kommunizierten. »Auf die Opfer zugeschnittene Online-Identitäten« nennt der Verfassungsschutz das.

Im nächsten Schritt versuchen die Hacker ihre Zielpersonen meist zu einem Gespräch per Online-Videokonferenz zu überreden. Doch der mitgeschickte Link führt nicht zu Google oder Microsoft, sondern auf eine sogenannte Phishing-Seite: Sollten die Betroffenen dort ihre Login-Daten eingeben, haben die Hacker des Mullah-Regimes ihr Ziel erreicht – und können sich Zugriff auf E-Mail-Konten, Cloudspeicher oder Messenger-Dienste ihrer Opfer verschaffen.

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