Wehrpflicht: Struck bleibt stur - DER SPIEGEL
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Wehrpflicht Struck bleibt stur

Noch in dieser Legislaturperiode soll der Fortbestand der Wehrpflicht neu überdacht werden. Das hatten Rot und Grün in ihrem Koalitionsvertrag vereinbart. Dessen ungeachtet macht Verteidigungsminister jetzt klar: Die Wehrpflicht muss bleiben.
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Berlin - Es solle bei einem Dienst von neun Monaten bleiben. Einen Koalitionskrach befürchte er deshalb nicht, sagte Struck am Montag in Berlin. Von Anfang an sei klar gewesen, dass SPD und Grüne hier unterschiedlicher Auffassung seien.

Abgeordnete beider Fraktionen bemühen sich allerdings seit längerem um einen Kompromiss. Danach könnte die Truppe weiter verkleinert und die Bundeswehr auf einen Ausstieg aus der Wehrpflicht vorbereitet werden.

Struck sagte, er lehne eine Umwandlung der Bundeswehr in eine Berufsarmee in dieser Wahlperiode ab. Eine schnelle Entscheidung sei nötig, weil Wehrpflichtige und Zivildienstleistende sowie Bundeswehr und Wohlfahrtsverbände Klarheit bräuchten.

Im Koalitionsvertrag war die Überprüfung der Wehrpflicht bis 2006 vereinbart worden. Struck sagte, nach intensiver Prüfung in seinem Ressort und nach den Vorschlägen von Generalinspekteur Wolfgang Schneiderhan habe er sich entschieden, der Koalition den Erhalt des Dienstes von neun Monaten vorzuschlagen.

Der "Beirat für Fragen der Inneren Führung" legte dem Minister ebenfalls eine Empfehlung für die Beibehaltung der jetzigen Dauer vor. Eine weitere Verkürzung gefährde den Sinn der Ausbildung und die Akzeptanz der jungen Männer in der Truppe, heißt es in dem Papier.

Allerdings mahnte das Gremium von Beratern aus dem zivilen Umfeld der Streitkräfte eine Reform des Grundwehrdienstes an. Derzeit bestünden zwei Grundmängel: Die jetzige Ausbildung sei noch zu sehr von der Vorstellung geprägt, dass die Soldaten für einen klassischen militärischen Konflikt ausgebildet würden. Und sie gehe zu wenig auf die heutige Lebenswirklichkeit der Wehrdienstleistenden ein.

Der Wehrdienst müsse gestrafft und besser auf die aktuellen Aufgaben der Bundeswehr im Ausland zugeschnitten werden, hieß es. Den Wehrpflichtigen solle der Einsatz in Auslandsmissionen ermöglicht werden. Der Wehrdienst müsse flexibler organisiert, berufliche Fähigkeiten müssten stärker berücksichtigt werden.

Würde die Dauer des Pflichtdienstes weiter reduziert und im wesentlichen auf die Ausbildungsphase begrenzt, könnten die Wehrdienstleistenden ihr neues Wissen nicht mehr in einer Stammeinheit anwenden, meinen die zivilen Berater. "Das würde vermeidbar die Sinnfrage aufwerfen."